der reglerTaschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (17. August 2012)

Reihe: Der Regler, Band 1

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Inhaltszusammenfassung:

Gabriel Tretjak ist “Der Regler”. Diesen Spitznamen hat er auf Grund seines “Berufes” bekommen: Er regelt die Leben anderer Menschen. Er organisiert Wünsche, Forderungen, Vergangenheiten und die Zukunft und bedient sich dabei nicht immer legaler Mittel – und er ist erfolgreich damit, bis er eines Tages von seiner eigenen Vergangenheit eingeholt wird und feststellen muss, dass er eben doch nicht alles regeln kann. Seltsame, brutale Morde geschehen und Tretjak wird zum Hauptverdächtigen.

Kritik:

“Der Regler” ist ein Band aus der Fischer Taschenbibliothek, dementsprechend interessant ist auch schon das (tatsächlich für die Jackentasche geeignete) Format. Wenn dann auch noch die Story gut klingt und das Buch von Ela (die ja, wie wir wissen, mit ihren Empfehlungen gemeinhin richtig liegt) empfohlen wurde, muss ich mich natürlich eingehender damit beschäftigen.

Die Geschichte um Gabriel Tretjak ist nicht uninteressant und beginnt von der ersten Seite an, den Leser in ihren Bann zu ziehen. Das spezielle dabei ist, dass “der Regler” tatsächlich mehr oder minder ein Mensch wie du und ich ist, der einfach nur seine Fähigkeiten für eine Dienstleistung nutzt, die nicht unbedingt alltäglich ist. Dem Autoren Max Landorff (eigentlich ein Pseudonym für zwei Autoren, die aber nicht genauer benannt werden)  ist es gelungen, einen konstanten Spannungsbogen aufzubauen, der den Leser tatsächlich bis zum Schluss bei der Stange hält, auch wenn ich sagen muss, dass besonders im Mittelteil, zur vorgeblichen Auflösung des Falls, ein wenig der Eindruck entstanden ist, dass hier das Material für eine gute Überleitung ins Finale fehlte. Das ist etwas schade, denn bis dahin war das Buch doch ziemlich gut. Auch das Ende selber hat mich nicht voll überzeugen können, besonders das Motiv scheint mir in keinem Maßstab zu den brutalen Morden und dem Komplott dahinter zu stehen. Hier wäre mehr wohl tatsächlich mehr gewesen. Stimmig ist dafür aber in jedem Fall die Atmosphäre, Landorff ist es gelungen, seine Handlungsorte sehr anschaulich und glaubwürdig darzustellen.

“Der Regler” kann auch auf der Figurenseite nicht voll Punkten, denn abgesehen von Tretjak und dessen Familiengeschichte bleiben alle Charaktere etwas oberflächlich. Auch fehlt ein echter Sympathieträger, vielmehr ist die Titelfigur auf der einen Seite ein Antiheld, der allerdings nicht die für einen solchen typischen Eigenschaften mit sich bringt. Die Nebenfiguren wirken teilweise deplatziert und, besonders nach der Auflösung des Plots, auch etwas dazu angetan, den Umfang des Buches etwas aufzubauschen. Schade, denn das wäre eigentlich nicht nötig gewesen. Etwas mehr charakterliche Tiefe hätte “Der Regler” definitiv nicht geschadet.

Gefallen hat mir hingegen der Stil des Autoren. Max Landorff schreibt mit einer Mischung aus intellektueller Tiefe und guter Zugänglichkeit, wodurch es leicht gefallen ist, dem Buch zu folgen, ohne den Eindruck zu bekommen, dass es einem “zu hoch” gewesen wäre. Besonders gut gefallen haben mir dabei die eingangs schon erwähnten, detaillierten Ortsbeschreibungen, welche es tatsächlich geschafft haben, mir einen Eindruck der Umgebung zu vermitteln und ein Bild in meinem Kopf entstehen zu lassen. Die Wendungen der Geschichte werden gut getarnt und sind für den Leser nicht vorhersehbar.

Fazit:

7“Der Regler” ist ein guter Thriller, welcher vom Start weg spannend daher kommt und den Leser auch bis zum Schluss bei der Stange hält. Schade ist nur, dass der Roman im Mittelteil einen kleinen Einknicker hat und auch das Ende nicht vollends überzeugen konnte. Auch ein bisschen mehr charakterliche Ausgestaltung hätte nicht geschadet. Thriller-Freunde sollten aber dennoch einen Blick riskieren, denn unterhaltsam ist der Roman dennoch.

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian