fury roadOT: Mad Max: Fury Road (AUS 2015)

Regie: George Miller

Darsteller: Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Zoë Kravitz, Hugh Keays-Byrne

Freigabe: FSK 16
Laufzeit: 115 Min.

Inhaltszusammenfassung:

Max Rockatansky, seines Zeichens freier Wanderer in postapokalyptischen Weiten, wird von den Handlangern des Warlords Immortan Joe gefangen genommen, um ihnen fortan als Organ- und Blutspender zu dienen. Um die flüchtende Handlangerin Furiosa und die Frauen Joes wieder festzusetzen, schickt dieser seine Warboys los, Max als lebender Blutbeutel an einen der Wagen gefesselt. Während des Kampfes kann sich Max jedoch befreien. Um zumindest eine geringe Überlebenschance zu haben, schließt er sich notgedrungen mit Furiosa zusammen. Eine wilde Hetzjagd beginnt.

Kritik:

„Mad Max“ aus dem Jahre 1979 sowie dessen Nachfolger „Der Vollstrecker“ dürften ohne jeden Zweifel zu den Highlights des Endzeitgenres zählen. Nicht nur fangen sie die Stimmung unglaublich gut ein, ganz nebenbei sind sie auch der Grundstein der Schauspielkarriere Mel Gibsons. Genau das macht es aber auch so schwer, sich unvoreingenommen auf „Fury Road“ einlassen zu können. Gibson ist zweifelsfrei zu alt, um einen glaubwürdigen Road Warrior abzugeben, aber sein Gesicht ist mit der Figur ebenso sehr verbunden wie es bei Robert Englund und seinem Freddy Krueger der Fall ist. Tom Hardy in der Titelrolle hat somit also ein schweres Erbe anzutreten.

fury roadGlücklicherweise steht hinter dem Projekt mit George Miller der ursprüngliche Regisseur und Ideengeber. Das merkt man dem Titel auch in vielerlei Hinsicht an. Besonders die bizarre Optik, welche sich auch schon im zweiten Teil von 1981 deutlich bemerkbar gemacht hat, ist erhalten geblieben. Alles ein bisschen greller und bunter, aber immer noch die Handschrift, die den „Vollstrecker“ zu einem der für mich besten Filme des Genres gemacht hat. Die Atmosphäre stimmt also schon mal, was an und für sich ja ein gutes Zeichen ist und zumindest vom Start weg klar macht, dass man es schon einmal nicht mit einem Totalausfall zu tun hat. Zwar könnte man die Geschichte des Titels ohne große Schwierigkeiten auf einem Bierdeckel festhalten, das ist aber nicht weiter tragisch, denn letztlich zieht sich dieser Umstand schon vom ersten Teil an durch die Reihe. Großartige Story erwartet man nämlich als Kenner der Reihe nicht, vielmehr hat man sich zu Beginn auf jede Menge Action eingestellt. Und die gibt es tatsächlich auch zu Hauf. Der Spannungsbogen hat zwar hier und da kleinere Einbrüche und die hochdramatische (man möge mir den ironischen Unterton verzeihen) Wendung zum Schluss hin war auch nicht übermäßig überraschend, alles in allem fühlte man sich aber über die Laufzeit zwar nicht immer gefesselt, zumindest aber gut unterhalten.

fury road Darstellerisch ist „Fury Road“ ein etwas zweischneidiges Schwert. Ich könnte nicht behaupten, Tom Hardy schon einmal in einer großartigen Rolle gesehen zu haben und der neue Mad Max ist nicht dazu geeignet, das zu ändern. Die Schuld hierfür würde ich aber nicht unbedingt seiner Leistung zusprechen wollen, die alles in allem in Ordnung ging. Vielmehr ist die Figur Rockatansky hier fast schon zu einer Nebenfigur geraten, was man zu großen Teilen dem Drehbuch ankreiden muss. Wortkarg war auch Gibsons‘ Max, dieser hier beschränkt sich aber viel zu oft auf Grunzen und Stöhnen. Dazu kommt, dass Hardy von Charlize Theron gnadenlos an die Wand gespielt wird. Die Präsenz ihrer Furiosa ist im direkten Vergleich zur Titelfigur fast schon übermächtig. Ein Wiedersehen gibt es mit Hugh Keays-Byrne, der im ersten Mad Max den Toecutter gegeben hat. Passend dazu ist er hier als Oberfiesmöp Immortan Joe zu sehen. ´Ne echt fiese Sau, grundsolide und überzeugend gespielt und mit einem echt gelungenen MakeUp versehen.

fury roadEffekttechnisch lässt man nichts anbrennen. „Fury Road“ bietet das, was Fans der Reihe erwarten. Jede Menge Adrenalin und Action. Wilde Fahrzeugkonstruktionen, verstrahlte Fieslinge, jede Menge Rennsemmeln, die im Laufe der zwei Stunden zerdeppert werden. Dazu gelungene Kampfeinlagen besonders zu Beginn des Films, als unser Held noch mit gefesselten Händen gegen seine Gegner vorgehen musste. Es knallt also dauerhaft irgendwo und somit ist „Mad Max: Fury Road“ durchaus für einen gepflegten Herrenabend mit hochgeistigen Getränken und Kartoffelsnacks geeignet. Erwähnenswert ist auch, dass die SFX zum Großteil handgemacht sind, man also auf zu viel CGIs verzichtet, was einem Werk wie diesem natürlich noch mal einen besonderen Touch gibt und wesentlich authentischer wirkt als am PC zusammengeschnippseltes Chaos.

Fazit:

8„Mad Max: Fury Road“ bietet knappe zwei Stunden gelungene Actionunterhaltung in einem toll umgesetzten Endzeitsetting. Zwar war mir die Tristesse der ersten beiden Filme fast noch ein bisschen lieber, überzeugend war es aber in diesem Fall dennoch. Schade nur, dass über die viele Action die Geschichte sehr vernachlässigt wurde und vor sich hindümpelt und die Hauptfigur eigentlich nicht der Max Rockatansky ist, den Fans der Reihe mögen. Wenn man bereit ist, sich von der Figur der 70er/80er Jahre etwas zu distanzieren, dürfte man aber dennoch eine Menge Spaß mit dem irren Maxe haben.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Warner Home Entertainment

Das sagen die anderen:

Tonight is gonna be a large one: 8/10 Punkten
Myofb: 8/10 Punkten
Filmherum: 4,5/5 Sternen
Der Filmtipp: 5/5 Sternen

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian

Letzte Artikel von Sebastian (Alle anzeigen)