draakkTaschenbuch: 468 Seiten
Verlag: Selbstverlag

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Inhaltszusammenfassung:

Ein Wanderer gerät in den Alpen versehentlich in ein riesiges Höhlensystem, aus dem er nur mit Mühe und Not mit dem Leben entkommt. In diesen Bergen hat er einen Monolithen entdeckt, der etwas unheimliches und bösartiges ausstrahlt und den Mann seitdem noch in seinen Träumen verfolgt.

Kurze Zeit später wird Dr. Peter Singer, gerade von einer Forschungsreise zurück gekehrt, in ein geheimes Labor beordert, um eine Untersuchung an einem neu entdeckten Lebewesen vorzunehmen. Die geplanten Experimente geraten außer Kontrolle und das Labor wird abgeriegelt. Als Singer aus der Betäubung aufwacht, ist von den Angestellten niemand mehr am Leben – und auch das Wesen aus dem Monolithen ist verschwunden. Was schon wie ein Alptraum ausssieht, ist jedoch erst der Auftakt zu einem noch weitaus schrecklicheren Geschehen. Der Draakk ist erwacht.

Kritik:

Man muss nicht hellsehen können, um zu wissen, dass ich auf die neue Veröffentlichung von Lutz Christoph Frey sehr gespannt war, schließlich konnten mich seine beiden Bände der Jake Sloburn-Reihe komplett überzeugen. Mit “Draakk” begibt sich der Autor nun auf ein neues, doch sehr unterschiedliches Terrain, was mit dem Veröffentlichungen um den mysteriösen Detektiv nur eines gemein hat: Frey bleibt dem Horror-Genre treu.

Der Vorteil von etwas völlig neuem ist dabei natürlich, dass man das Werk nicht direkt mit den vorangegangenen Veröffentlichungen vergleichen kann – und das ist in diesem Fall auch gut so. Nicht, weil die Geschichte um Singer schlecht wäre, im Gegenteil. Frey zeigt auch mit diesem neuen Roman, dass er absolut in der Lage ist, seinem Publikum einen von Anfang bis Ende spannenden Horrorthriller zu servieren. Zwar ist das Motiv in diesem Fall wahrscheinlich für die meisten Genrefreunde ein alter Bekannter, der hier aber auf eine sehr angenehme Art und Weise und mit gehörig Drive serviert wird. Zwar sollte man keine übermäßige Innovationsvielfalt erwarten, da aber sowohl die Atmosphäre als auch die Spannung zu jeder Zeit gegeben sind, ist das kein sonderlich großer Kritikpunkt. Etwas schade finde ich lediglich, dass sich das (eigentliche) Ende der Geschichte schon relativ früh absehen ließ, Frey jedoch als kleinen Ausgleich noch eine nette “Szene nach dem Abspann” präsentiert, die verdeutlicht, dass man durchaus noch einmal in dieser Kerbe nachlegen könnte.

Auch in Hinsicht auf die Charaktere muss man Frey zugestehen, dass sie gelungen sind. Wie schon erwähnt sollte man “Draakk” nicht mit “Das Nest” oder “Der Pakt” vergleichen, was natürlich auch für die Figuren gilt. Man hat es hier mit sehr realen und bodenständigen Akteuren zu tun, denen mit Ausnahme des titelgebenden Monsters nur wenig übernatürliches anhaftet. Dafür sind sie aber gut gezeichnet und – auch hier sehe ich einen Unterschied zu den vorangegangenen Veröffentlichungen – mit einem deutlich dichteren Hintergrund versehen als man es bisher gewohnt war. So ist besonders Singer durch und durch glaubwürdig geraten und entwickelt sich im Verlauf der Geschichte zu einem echten Sympathieträger. Aber auch seine Weggefährten sind nachvollziehbar gestaltet und wissen über die gesamte Story weg zu überzeugen.

Der Stil des Autoren ist jetzt natürlich so eine Sache für sich, denn auch hier muss man ganz klar sagen, dass er nur bedingt etwas mit dem zu tun hat, was man bisher von Frey kannte. “Draakk” ist eindeutig kein Roman, der sich mit viel Selbstironie und schwarzem Humor präsentiert, was ich persönlich etwas schade finde, aber im Zusammenhang mit der Geschichte wohl unvermeidbar war. Sie hätte wohl anderenfalls nicht mehr so gut funktioniert. Diese “neue” Ernsthaftigkeit wird zudem auch mit einem gehörigen Dreh an der Gewaltschraube unterstrichen, der Härtegrad ist hier eindeutig höher als in den Sloburn-Titeln. Zwar steht auch diese Schreibe dem Autoren gut zu Gesicht und zeigt, dass er vielschichtiger ist, als man es nach den ersten Veröffentlichungen vielleicht vermuten würde, ich für meinen Teil hoffe aber dennoch darauf, dass die nächste Veröffentlichung wieder mehr von seinem “typischen” Stil beinhaltet. Wie gewohnt ist auch “Draakk” für einen selbstverlegten Titel erfreulich fehlerfrei geraten, wobei mir aber besonders in den letzten Kapiteln hier und da doch der eine oder andere Tippfehler aufgefallen ist, was aber alles in allem den Lesefluss nicht stört. (Stand 01/2014)

Fazit:

8“Draakk” ist eines dieser Bücher, bei denen man nicht wusste, mit welcher Erwartung man heran gehen sollte. Es ist vom Grundaufbau her deutlich anders als Freys bisherige Werke und kommt mit einer zunächst ungewohnten Ernsthaftigkeit und einem deutlich höheren Härtegrad daher. Actionreich und spannend bis zum Schluss ist es vielleicht kein “typischer” Frey, wenn man das nach gerade mal drei Veröffentlichungen über Kurzgeschichten-Umfang so sagen kann, aber auf jeden Fall wieder ein rundum gelungener und empfehlenswerter Horrorthriller.

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Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian