LucyOT: Lucy

Regie: Luc Besson

Darsteller: Scarlett Johansson, Analeigh Tipton, Morgan Freeman, Pilou Asbæk

Freigabe: FSK 16
Laufzeit: 85:42 Min.

Inhaltszusammenfassung:

Die US-Studentin Lucy ist auf Party-Urlaub in Taipeh, wo sie von ihrem neuen Freund, dem Kleinkriminellen Richard, gebeten wird, einen Koffer an den mysteriösen Mr. Chang zu übergeben. Bei der Übergabe geht alles schief, Richard wird hingerichtet und Lucy von Mr. Chang gefangen genommen. Um dem Schlamassel zu entkommen, soll sie eine neuartige Superdroge nach Europa schmuggeln. diese wird ihr gegen ihren Willen in den Bauch implantiert. Wieder geht jedoch alles schief, Lucy wird zusammengeschlagen und dabei wird die gefährliche Substanz in ihrem Körper freigesetzt. Lucys Panik verwandelt sich allerdings schnell in Erstaunen, als sie merkt, dass die Droge ungeahnte Kräfte ausgelöst hat. Nach und nach wird sie immer stärker, denkt immer schärfer und entwickelt übermenschliche Fähigkeiten, mit denen sie ihren Peinigern entkommen kann. Während Lucy sich mit dem renommierten Hirnforscher Professor Samuel Norman in Verbindung setzt, um zu erfahren, was mit ihr geschieht, setzt Mafioso Jang seine Schergen auf Lucy an, die die junge Frau zum Schweigen bringen sollen.

Kritik:

Was soll ich sagen? Ich glaube, ich hab mich schon einmal geoutet als nicht besonders großer Scarlett Johansson Fan. Ich kann nicht einmal sagen, warum das so ist, denn um ehrlich zu sein, hab ich sie in einigen guten Rollen gesehen. Manchmal ist das eben so: man sieht jemanden an und hegt eine Antipathie. Obendrein hat Lucy nicht besonders viele gute Kritiken bekommen, im Gegenteil. Er wurde ziemlich zerrissen. Gleich zwei Gründe, den Film nicht anzusehen. Auf der anderen Seite hab ich von einer Freundin gehört, dass er ganz unterhaltsam ist, wenn man nicht allzu viel Tiefgang erwartet, und dass er actionlastig ist. Basti mag Action. Und ich mag Luc Besson. Also biss ich in den sauren Apfel.

LucyMit einem hatten alle anderen Recht: Lucy hat nicht besonders viel Tiefe. Die Story wird von Anfang an eher oberflächlich gehalten. Man erfährt nicht besonders viel über die blonde Studentin. Luc Besson vertrödelt aber keine Zeit, sondern zieht einen direkt hinein in seinen Handlungsstrang über die Studentin Lucy, die mit ihrem Freund darüber diskutiert, ob sie seinen Koffer bei Mr. Chang abgeben sollte oder nicht. Die Diskussion endet recht schnell damit, dass er sie via Handschellen an den Koffer fesselt und sie somit zwingt es zu tun. Innerhalb der nächsten Minuten ist ihr Freund tot, und sie sitzt Mr. Chang persönlich gegenüber, der sie zwingt, den Koffer zu öffnen. Inhalt ist eine neuartige Droge. Lucy, die immer mehr in Panik verfällt, will eigentlich nur gehen, aber Chang zwingt sie, mitanzusehen, wie ein Probant die Droge konsumiert und schließlich stirbt. Sie wird überwältigt, und als sie aufwacht, hat man ihr per Operation eines der Päckchen im Bauch positioniert, damit sie es im Flugzeug aus dem Land schmuggeln kann. Der Plan läuft schief, Lucy wird verletzt, das Päckchen in ihrem Bauchraum wird beschädigt und setzt große Mengen der Droge in ihrem Körper frei. Fort an verändert sich Lucys Bewusstsein, sie wird intelligenter, schneller, stärker. Und nutzt diese Gabe, um heraus zu finden, um was es sich bei dieser Droge handelt, Chang aufzuhalten und den angesehenen Hirnforscher Professor Samuel Jordan zu finden.

LucyWie ich schon sagte, die Story ist tatsächlich recht dünn. Sie weist eine Menge logische Lücken auf. Und leider besticht sie auch nicht durch Tiefgang, denn über die Protagonisten erfahren wir so gut wie gar nichts. Lediglich das Telefonat mit ihrer Mutter rührt einen ein wenig an und lässt einen hinter die Kulisse der Hauptdarstellerin blicken, aber der Moment ist so kurz, dass es einem kaum gelingt, sie besser zu verstehen. Aber eines kann Luc Besson: Tempo vorlegen. Und das ist das Plus des Films. Man fragt sich gar nicht so sehr, wieso weshalb, warum, sondern ist gezwungen, der Handlung weiter zu folgen, um Schritt halten zu können. Vielleicht hätte man gut daran getan, dem Film ein wenig mehr Spielzeit zu geben, um die aufkommenden Fragen dann doch zu klären und den Figuren ein wenig mehr Tiefe mitzugeben.

LucyWomit Lucy dann doch zu überzeugen weiß, sind seine Darsteller. Oder sagen wir sie tragen dazu bei, dass der Streifen bei mir nicht auf ganzer Linie floppte. Denn sowohl Scarlett Johansson als auch Morgan Freeman holen das beste aus ihren Rollen und den ihnen gegebenen Möglichkeiten heraus. So nimmt man Lucy ihre anfängliche Panik, ihre Überraschung, ihre emotionalen Momente, aber auch die Kälte während ihres Rachefeldzuges und ihrer Reise zu jeder Sekunde ab, ebenso wie man an die Faszination des Hirnforschers nachvollziehen kann und mitfiebert, dass diese beiden ihren Weg zueinander finden und es irgendwie zu einem guten Ende kommt. Auf der anderen Seite sorgen sie auch für Bedauern und Mitgefühl dafür, dass ihren Figuren so wenig Zeit und Raum gegeben wurde, um sie wirklich ausfüllen zu können. Das Tempo mag über Logikschwächen hinweg täuschen können, aber leider nur für den Moment, denn hinterher, wenn man den Film Revue passieren lässt, wird man der Fehler und Schwächen des Streifens sehr wohl gewahr. Oder vielleicht sollte ich sagen Frau wird, denn Mann war unterdessen auf dem Sofa eingeschlafen, während ich noch gebannt dem Geschehen folgte.

Fazit: 

6Alles in allem war Lucy für mich nicht so grauenhaft wie viele Leute ihn in ihren Rezensionen beschrieben haben. Luc Besson besticht nun einmal nicht durch die großen Dramen des Lebens, hat dafür aber viele andere Qualitäten, die wir zu schätzen wissen. Und so war Lucy eben ein Besson: schnell und actiongeladen. Leider muss man aber auf der anderen Seite sagen, dass der Film sogar für einen Luc Besson ziemlich dünn war und den gewillten Zuschauer mit einer Menge Fragezeichen im Gesicht zurückgelassen hat. Wer eineinhalb Stunden Action und Faszination sehen will, wer Bildgewalt, Spezialeffekte und Schauspieler mag, die das Maximale aus minimalen Rollen heraus holen, wird vielleicht nicht unbedingt Zeit verschwenden, ja, vielleicht sogar ein wenig Spaß mit dem Film haben. Wer aber eine gute Story erwartet, die ausgearbeitet ist, wird hier tatsächlich enttäuscht sein. Popcorn-Kino für einen Abend, an dem nichts anderes läuft. Mehr ist Lucy leider nicht, aber auch nicht weniger.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Universal Pictures
Ela

Ela

Ich bin quasi das Gegengewicht zu Sebastian. Ich schreibe über all das, was an ihm vorbei geht. Jugendromane, Frauenromane, auch mal der ein oder andere Thriller, Komödien, Filme, in denen es um Freundschaft und Liebe geht, Comic- und Buchverfilmungen....sowas eben. In meiner Freizeit befasse ich mich vorwiegend mit dem Lesen und Schreiben, mit Filmen und Büchern, mit meiner Familie und Freunden und natürlich mit meinen Tieren. Ich koche und backe gern und bin vermutlich das schlimmste Assassin's Creed Fangirl, dem du je begegnet bist. Und ich liebe Musik! Immer und überall.
Ela