L.C. Frey – Ich breche dich

ich breche dichTaschenbuch: 344 Seiten
Selbstverlag

Mehr zum Buch auf der Autoren-Homepage

Kommissar-Sauer-Reihe, Band 2

Klappentext:

Der Schriftsteller Jan Chernik wird von verstörenden Visionen heimgesucht, als seine schwangere Freundin bei einem tragischen Unfall stirbt. Er folgt Hinweisen, die ihren Tod mit einer Serie von bizarren Morden in Verbindung bringen, die vor zwanzig Jahren mit dem Tod des sogenannten »Rosenkillers« ein Ende fand — oder etwa doch nicht?

Hauptkommissar Karl Sauer wird mit einem Fall konfrontiert, der seit Jahren als gelöst gilt. Doch die Wurzeln des Bösen reichen tiefer als seine schlimmsten Befürchtungen. Erneut kehrt er an den Schauplatz unvorstellbarer Grausamkeiten zurück – wo die Vergangenheit sehr lebendig ist.

Sauer und Jan Chernik müssen sich den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen, als der neue »Rosenkiller« sie zu einem gnadenlosen Spiel auf Leben und Tod herausfordert.

Kritik:

Mit „Ich breche dich“ legt der umtriebige L.C. Frey sein neustes Werk vor. Stammleser seiner Veröffentlichungen werden den Namen Karl Sauer sicherlich kennen, schließlich war er bereits in „Schuld der Engel“ der Hauptprotagonist. Ich für meinen Teil muss nun gestehen, dass ich den Vorgänger noch nicht gelesen habe, weswegen ich mit etwas Sorge an dieses Buch herangegangen bin.

Unberechtigterweise, wie sich abschließend glücklicherweise feststellen lässt. Lediglich eine kurze Passage war für mich nicht ganz nachvollziehbar. Diese war aber nicht für die Handlung des Buches wichtig, also kann man darüber gerne mal hinwegsehen. Man kann also sagen, dass „Ich breche dich“ auch für Quereinsteiger geeignet ist. Alles andere ist eigentlich beim Alten geblieben. Zwar nimmt Frey sich bei seiner aktuellen Veröffentlichung ungewöhnlich viel Zeit, um die (noch nicht aus dem ersten Band bekannten) Figuren einzuführen, allerdings bedeutet das noch lange nicht, dass Langeweile aufkommen würde. Schon zu Beginn lässt der Roman die Leser tief in die Psyche der Protagonisten eintauchen und spielt gekonnt mit den Gedankengängen, die dabei zwangsläufig aufkommen. Ein Verwirrspiel beginnt, welches sich bis zum Ende des Buches durchzieht. Inklusive einer Menge falscher Fährten. Die Atmosphäre ist dabei durchweg gelungen, besonders ab der Hälfte wird sie stellenweise sehr morbide und äußerst düster. Das passt gut zur knallharten Rahmenhandlung, welche ihre Tragweite erst nach und nach entfaltet. Was sich da abschließend alles offenbart ist schockierend und brutal, allerdings nicht ausschließlich auf grafischer Ebene. Das Finale legt schließlich in Sachen Tempo, Dramatik und Spannung noch einmal eine ordentliche Schippe drauf und unterstreicht den positiven Gesamteindruck, den der Titel bis dahin hinterlassen hat, zusätzlich.

Was die Figuren angeht fokussiert sich „Ich breche dich“ sehr auf die beiden Hauptprotagonisten Karl Sauer und Jan Chernik. Beide sind dabei sehr facettenreich ausgefallen und gut ausgearbeitet. Im Verlauf der Story entwickeln sie sich zudem auch sehr realistisch weiter, was Ansichten und die Ausprägung der Charaktereigenschaften angeht. Zwar gibt es zumindest bei Chernik hier und da mal eine kleine Situation, in der er nach meinem Dafürhalten von Hü zu Hott und wieder zurück sprang, aber das beschränkte sich insgesamt auf ein Minimum. Auch die Nebenakteure sind interessant ausgefallen, haben wie auch die Hauptcharaktere sympathische Ecken und Kanten und wirken dadurch bodenständig und realistisch. Nebenbei tragen sie stellenweise extrem zur Atmosphäre des Buches bei.

Stilistisch möchte ich (wieder einmal) sagen: typisch Frey. Tempo da, wo es hingehört, ruhige Momente, wenn der Leser mal durchschnaufen sollte und geradeheraus auf den Punkt geschrieben. Wie immer findet sich auch die eine oder andere Gewaltspitze in „Ich breche dich“, insgesamt ist aber die erzählte Geschichte, beziehungsweise deren Hintergrundstory, das was am Meisten an die Nieren geht. Psychische Brutalität par excellence. Lediglich den Humor, den man in Freys Werken mitunter doch recht deutlich sieht, findet man in seinem aktuellsten Werk nur, wenn man die Lupe auspackt. Allerdings hätte Humor auch kein bisschen in die Geschichte gepasst.

Fazit:

9Ich breche dich“ ist ein weiterer Beweis dafür, dass L.C. Frey mittlerweile ohne Schwierigkeiten im Oberhaus der deutschen Thrillerautoren mitspielt. Der Roman hat alles, was einen guten Thriller ausmacht. Mitreißend und spannend geschrieben, mit tollen Figuren und einer extrem heftigen Hintergrundstory versehen kommt man als Genrefreund wieder voll auf seine Kosten. Kurzum: absolute Lesempfehlung!

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian

Letzte Artikel von Sebastian (Alle anzeigen)

Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare auf "L.C. Frey – Ich breche dich"

avatar
Sortiert nach:   neuste | älteste
Frank62
Gast

Hi Sebastian,

auch wenn urbane Thrillerkost wie ICH BRECHE DICH nicht wie z. B. DRAAKK in mein literarisches Beuteschema passt, gehe ich gerne einmal dem einen oder anderen Buchtipp von Dir nach. Der Anfang des neusten Werkes von L.C. Frey startete in mir sofort ein Déjà-vu des Thrillers Roter Drachen. Generell erinnerten mich die rasante Handlung und die psychologischen Einlagen an die Schreibe von Thomas Harris – also alles im bestem giftgrünen Schmökerbereich.

Beste Lesergrüße,
Frank

wpDiscuz