OT: Krampus (USA/ NZL 2015)

Regie: Michael Dougherty

Darsteller: Allison Tolman, Toni Collette, Adam Scott, David Koechner

Freigabe: FSK16
Laufzeit: 94 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

Weihnachten, das Fest der Liebe? Nicht für den kleinen Max und seine streitsüchtige Familie. Als auch diesen Winter wieder die Fetzen fiegen, gibt der Junge die Hoffnung auf und kehrt der angeblich schönsten Zeit des Jahres endgültig den Rücken …

Nicht ahnend, dass er damit den Zorn des Krampus heraufbeschwört. Die finstere Kreatur kommt, um all jene zu bestrafen, die den Glauben an Weihnachten verloren haben.

Plötzlich geht es ums pure Überleben und Max und seine Familie müssen zusammenhalten, um den Klauen des Dämons und seiner düsteren Gehilfen zu entkommen.

In der Horror-Komödie „Krampus“ treibt die gehörnte Version des Weihnachtsmannes ihr Unwesen und verbreitet alles andere als kuschelige Stimmung!

Kritik:

Man fragt sich ja immer noch, was die Amerikaner am Krampus, der ja eigentlich eher im tiefsten Bayern und in Österreich bekannt ist, finden. Er scheint sich jedenfalls zu einem Dauerphänomen in der Filmbranche zu entwickeln, denn mir sind mittlerweile 5 Titel bekannt, in denen die Figur zu finden ist.

krampusBei dieser Version handelt es sich um den 2015er Film aus dem Hause Universal Pictures, der nicht mit „Krampus – The Christmas Devil“ von 2013 verwechselt werden sollte. Der ist nämlich, nach allem, was ich gehört habe, grottenschlecht. Diese Version hier beginnt zunächst eher wie ein klassischer Weihnachtsfilm und bietet in den ersten 30 Minuten eigentlich mehr Comedy- als Gruselpotenzial. Viele typische Weihnachtsjokes und situationsbedingte Witze (von denen einige dem Zuschauer sicherlich bekannt vorkommen) dominieren den Film. Nachdem der Krampus dann das erste Mal aufgetaucht ist, wandelt sich das Bild jedoch stark. Zwar wird der Humor nicht gänzlich in den Hintergrund gedrängt, der Film wird jedoch schlagartig wesentlich düsterer und treibt den Spannungsbogen nach oben. Ein ernsthafter Horrorfilm wird er zwar nie so ganz, aber die präsentierte Mischung weiß zu gefallen und macht über weite Strecken Spaß. Das Ende lässt zudem eine Menge Raum für Zuschauerinterpretationen, weswegen ich dazu an dieser Stelle gar nicht viele Worte verlieren möchte.

krampusDie Darstellerriege bewegt sich auf einem soliden Niveau. Zwar ist niemand dabei, dem ich eine herausragende Leistung bescheinigen würde, zumindest konnte das Cast aber überzeugen. Allen voran liegt dabei Krista Stadler als Omi Engel (ja, die Figur heißt tatsächlich so), deren Charakter der Einzige mit ein wenig mehr Tiefgang ist. Gut gefallen hat mir auch David Koechner, der sich bereits in Scouts vs. Zombies seine Horrorkomödiensporen als Scoutleader Rogers verdienen konnte. Die anderen Figuren sind weitestgehend oberflächlich und austauschbar, was leider dazu führt, dass sie mir nicht besonders ans Herz gewachsen sind. Darunter leidet natürlich der „Mitfiebereffekt“ etwas.

krampusDie Effekte wussten zu gefallen. Der Krampus selbst ist ein ungemein hässliches, aber gut animiertes und überzeugendes Monster geworden. Es fällt nicht übermäßig stark ins Auge, das dieses Biest dem Computer entsprungen oder gegebenenfalls eine Puppe ist, was in Zeiten billiger und grottenschlechter CGIs schon mal eine Menge wert ist. Anders sieht das bei den ihm zur Seite gestellten Helferlein aus. Hier hat man augenscheinlich weniger Mühe investiert, denn einige der Viecher sind schon fast etwas trashig geraten und die Lebkuchenmännlein (so toll ich die Idee auch fand) sind leider doch recht offensichtliche Spezialeffekte. Das verleiht der ansonsten überzeugenden Optik an manchen Stellen dann doch wieder einen etwas billigen Anstrich, was man aber trotzdem irgendwie verzeihen kann, da der Rest eben stimmt. Insgesamt gibt es nur wenige kleinere Gewaltspitzen, sodass man sich auch an den Film herantrauen kann, wenn man es nicht übermäßig blutig mag.

Fazit:

7Krampus“ ist bestimmt kein absolutes Highlight im Weihnachtshorrorkomödienstadl (tolles Wort, nicht wahr?), bietet aber solide und weitestgehend stimmungsvolle Unterhaltung. Angenehm düster ausgefallen und immer wieder von teilweise ziemlich schwarzem Humor aufgelockert war ich gerne bereit, auch mal über die mäßige Tiefe der Figuren hinwegzusehen. Der Unterhaltungsfaktor stimmte und darauf kommt es im Wesentlichen ja auch an.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Universal Pictures
Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
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