jurassic worldOT: Jurassic World (USA/ CHN 2015)

Regie: Colin Trevorrow

Darsteller: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Nick Robinson, Vincent D’Onofrio

Freigabe: FSK 12
Laufzeit: 120 Min.

Inhaltszusammenfassung: 

Auch wenn John Hammonds ursprüngliche Vision in einer Katastrophe endete, wurde das Konzept weiterhin verfolgt. So ist Jurassic World nun schon seit Jahren ein Besuchermagnet und eine Geldmaschine, die ihresgleichen sucht. Allem Anschein nach hat man die Sicherheitsprobleme in den Griff bekommen, sieht sich dafür aber nun mit neuen konfrontiert: dem Publikum muss immer wieder neues geboten werden und somit werden die Dinosaurier genetisch verändert und miteinander kombiniert. Neue Dollarnoten soll der „Indominus Rex“ in die Kassen spülen. Aber man hat sich offenbar verkalkuliert, denn das Monster ist wesentlich schlauer als gedacht, was man allerdings erst realisiert, als ihm die Flucht gelingt. Ian Malcolms Chaostheorie hat also nach wie vor Gültigkeit und es beginnt der Kampf um die Sicherheit der Besucher.

Kritik:

Ich weiß, ich weiß, man sollte immer vorsichtig sein, wenn man es mit dem Remake eines modernen Klassikers zu tun hat. Besonders wenn es einer wie „Jurassic Park“ ist, der sicherlich ein gutes Beispiel für Superlativen darstellen dürfte. Aber auch wenn man damals schon über die Technik gestaunt hat, sollte man heute, 20 Jahre später, doch sicherlich eine weitere deutliche Steigerung erwarten dürfen. Und das die Geschichte und die Figuren packend sein sollten, ist ja eigentlich auch selbstverständlich. Oder etwa nicht?

jurassic worldOhne zu viel vorweg nehmen zu wollen: nein, es ist nicht selbstverständlich. Als Kenner des ersten „Jurassic Park“ fallen dem Zuschauer schnell einige sehr eng am Original orientierte Parallelen auf. Über weite Strecken fühlt sich „Jurassic World“ mehr wie ein Remake an, denn als ein Reboot oder gar ein eigenständiger Titel. Zu oft denkt man sich im Verlauf der 120 Minuten „Das habe ich doch schon mal gesehen“. Okay, es bleibt natürlich im gegebenen Setting nicht viel Luft für Innovationen, dafür ist die Isla Nubla und das Konzept „Vergnügungspark“ zu beschränkend in den Möglichkeiten. Dennoch hätte ich mir sehr oft sehr viel mehr Eigenständigkeit gewünscht. Dem Spannungsbogen bekommt dieses Widerkäuen des Originals nämlich leider gar nicht. Da die Figuren sich, teilweise ebenfalls fast 1:1, an eben jenem orientieren, weiß man schon von vornherein, wer den Ausbruch des Indominus Rex nun überleben wird. Selbst die Passagen, die nicht aus „Jurassic Park“ übernommen wurden sind auch nicht unbedingt immer spannend, auch hier bleibt unter dem Strich zu viel Vorhersehbarkeit. Problematisch sind auch manche Logiklücken und halbherzige Erklärungen. Stichwort Dinosaurier und ihr Wissen um moderne Technik wie Wärmebildkameras. Auch das Finale konnte man in dieser oder ähnlicher Form schon kommen sehen, wobei die finale Sequenz, wenn auch so nicht vorauszuahnen, auch schon viel zu viel des Guten gewesen ist.

jurassic worldDarstellerisch hingegen geht es routiniert zur Sache. Chris Pratt gibt den Owen Grady überzeugend und sympathisch. Die Figur selbst ist stimmig und hat das, was ein guter Filmheld braucht. Bryce Dallas Howard als weibliche Hauptfigur Claire hingegen hat mir an vielen Stellen nicht gefallen. Erstmal ist die Figur alles andere als sympatisch und die Entwicklung, die sie im Verlauf des Filmes macht, einfach nicht überzeugend. Eine Buchhalterin hat nicht von jetzt auf gleich das Zeug zur Actionheldin. Ende der Diskussion. Auch das Schauspiel selbst war nicht immer gefällig, oftmals hatte man den Eindruck, dass Overacting eben diese unglaubwürdige Entwicklung überdecken sollte. Nick Robinson und Ty Simpkins als Brüderpaar Mitchell gehen zwar routiniert und teilweise mit sichtbarer Spielfreude ans Werk, die Rollen sind auch nette Nebenfiguren, allerdings fühlte ich mich hier sofort an die Murphy-Geschwister aus dem Original erinnert.

jurassic worldEffekttechnisch hatte ich von „Jurassic World“ viel erwartet. Und leider ist genau an diesem Punkt die Enttäuschung oftmals am größten gewesen. Ich will nicht sagen, dass die SFX durchgehend schlecht sind, das wäre gelogen. Aber teilweise war mehr als deutlich, dass es sich bei den Dinos um CGIs handelt – und zwar nicht zwangsläufig um die Sorte CGI, die ich von einem A-Movie erwarte. Als Beispiel sei hier der äußerst schlecht animierte Vogel ganz zu Beginn des Films genannt, bei dem ich zuerst den Eindruck hatte, den Trailer zu einem Pixar-Film zu sehen. Ein anderes Beispiel wäre die Motorrad-Szene mit den Raptoren, auch die war nicht unbedingt ein optisches Highlight. Vieles anderes hat zwar gestimmt, aber alles in allem (und nein, ich bin nicht nostalgisch verklärt, ich habe mir auch den ersten Teil erst vor kurzem angesehen) konnten mich die Effekte von „Jurassic Park“ in ihrer Gesamtheit mehr überzeugen als die von „Jurassic World“. Sehr schade eigentlich.

Fazit:

4„Jurassic World“ ist für mich keine Fortsetzung der Reihe, sondern mehr so etwas wie ein Remake. Zu frappierend die Ähnlichkeiten in Figurenzeichnung und Storyverlauf. Zwar kann man an manchen Stellen schon ein paar eigene Ideen bescheinigen, alles in allem orientiert sich das Gesamtwerk zu dicht am ersten Film – der ja gerade in Bezug auf die Romanvorlage von Michael Crichton sehr schön verdeutlicht hat, dass es nicht immer eine 1:1-Kopie sein muss. Die dazu kommenden mitunter mäßigen Effekte können dann leider auch nicht von einem guten Hauptdarsteller wieder heraus gerissen werden. Unter dem Strich ist „Jurassic World“ für mich eine handfeste Enttäuschung gewesen.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Universal Pictures

Das denken die anderen:

Tonight is gonna be a large one: 6/10 Punkte
Filmherum: 4/5 Punkte
myofb: 7/10 Punkte
Der Filmtipp: 4/5 Punkte

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian

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