die letzten vier tage des paddy buckleyOriginaltitel: The Four Last Days of Paddy Buckley
Paperback: 272 Seiten
Verlag: Carl’s Books

Übersetzung: Herbert Fell

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Klappentext:

Paddy Buckley ist mit Leib und
Seele Bestatter. Als eine attraktive Witwe seine Zuwendung braucht, gibt er sie ihr – doch sie stirbt auf dem Höhepunkt seines körperlichen Trostes. Geschockt von diesem Erlebnis, überfährt er auf dem Heimweg einen Fußgänger. Der Tote ist der Bruder des gefährlichsten Gangsters von ganz Irland, Vincent Cullen. Jetzt hat er eine tote Witwe und einen toten Gangster am Hals, für die er obendrein auch noch die Beerdigung auszurichten hat! Er muss also höllisch aufpassen, sich nicht zu verraten. Denn Cullen hat geschworen, den Tod seines Bruders zu rächen. Eine rasante Verfolgungsjagd durch Dublin beginnt. Zum Glück ist Paddy einfallsreich und kann sich auf seine Freunde verlassen … Ein höchst amüsantes Betrugsmanöver und ein ausgebufftes Verwechslungsspiel um einen Leichnam vollenden diesen köstlichen, makabren und warmherzigen Roman.

Kritik:

Es gibt diese Bücher, die einen schon alleine wegen des Titels und des Covers anspringen. „Die letzten vier Tage des Paddy Buckley“ gehört ganz eindeutig in diese Kategorie. Wenn dazu dann auch noch der Klappentext eine interessante Geschichte mit einem ungewöhlichen Protagonisten verspricht, ist klar: Muss ins Regal.

Das Buch beginnt dann auch ziemlich stark. Paddy wird beauftragt, eine Beerdigung mit der Witwe zu besprechen, landet mit ihr in der Kiste … sie stirbt. Als er gerade den Notarzt gerufen hat, stolpert die Tochter der Toten in die Küche und Paddy gerät in Erklärungsnot. Am nächsten Abend überfährt er dann versehentlich eine große Nummer im organisierten Verbrechen. Man merkt also: absurder Zufall reiht sich an absurden Zufall. Das ist dann irgendwie auch wegweisend für den Roman, Paddy Buckley wird mit immer mehr Zufällen konfrontiert, die ihn immer mehr in die Scheiße reiten. Das ist auf der einen Seite ziemlich witzig, wird aber auch mit dem Voranschreiten in der Geschichte immer spannender. „Die letzten vier Tage des Paddy Buckley“ mündet dann zum Schluss hin in eine gefällige Mischung aus Krimi, Thriller und Dramatik – aber immer mit einem verschmitzten Grinsen auf den Lippen.

Die Geschichte ist vom Grundsatz her schon eine Verkettung von unglücklichen Umständen. Das wird über die Figuren noch einmal weiter transportiert. Paddy Buckley selbst ist zu Beginn des Buches eine ziemlich tragische Gestalt, mit einem Hintergrund, der suizidale Tendenzen auf jeden Fall nahelegen würde. Die Entwicklung, die er dann im Lauf der Geschichte macht, geht dann aber in eine ganz andere Richtung. Was hinsichtlich der Story unlogisch erscheint, ist tatsächlich aber absolut nachvollziehbar. Alle anderen Akteure des Romans spielen in diese Entwicklung mit hinein, egal ob es nun Vincent Cullen ist, der von Anfang an das Gefühl hat, dass der Bestatter seines Bruders nicht ganz sauber ist, oder die Tochter der beim Orgasmus verstorbenen Witwe, die Paddys Lebensmut neu zu entfachen versucht. Die Figurendynamik in „Die letzten vier Tage des Paddy Buckley“ funktioniert also genau so gut wie die Geschichte selbst.

Jeremy Massey gelingt die Gratwanderung zwischen anspruchsvollem Schreiben und Zugänglichkeit sehr gut. Das kommt besonders in den Passagen zur Geltung, die am weitesten entfernt vom klassischen Krimi/ Thriller sind. Die Sprache ist bildhaft, man kann sich einen sehr guten Eindruck von Dublin und den Akteuren verschaffen. Über allem steht ein sehr feiner, subtiler Humor, der über weite Strecken für ein Grinsen im Gesicht sorgt. Herbert Fell hat mit seiner Übersetzung ganze Arbeit geleistet, die deutsche Version liest sich sehr angenehm und flüssig.

Fazit:

9Die letzten vier Tage des Paddy Buckley“ hat mir genau das geboten, was ich mir erhofft hatte. Einen unterhaltsamen Roman, der sich nicht mit unnötigen Genrekonventionen aufhält, sondern eine interessante, spaßige Mischung aus verschiedenen Literaturspielarten auf den Tisch bringt. Die ungewöhnlichen Figuren, insbesondere natürlich Paddy selbst, und die Verkettung absurdester Zufälle sorgen dafür, dass man sich von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhalten fühlt.

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian

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