Der 31. Dezember 2016, das Jahr liegt nun also fast hinter uns und wir nutzen, wie viele der bloggenden Kollegen, diesen speziellen Tag im Jahr für einen kleinen Rückblick.

Die Basics

Womit fangen wir an? Am besten erstmal mit nüchternen Zahlen. 2016 war ein recht starkes Jahr für uns. Insgesamt kommen wir auf 175 Beiträge, von denen die meisten natürlich Besprechungen sind. Wir haben über 57 Bücher geschrieben, 37 Filme wurden besprochen. Außerdem gab es insgesamt 10 neue Interviews zu lesen, vier davon allerdings mit generischen Fragen im Rahmen unserer Artikelreihe zum Thema Übersetzungen. Zum ersten Mal seit langem haben wir in 2016 auch wieder Verlage vorgestellt, diese Beiträge sind übrigens erstaunlich gut aufgenommen worden. Alle drei Beiträge sind in den Top 10 der am meisten besuchten Artikel gelandet. Diese Reihe wird auch in 2017 fortgesetzt werden, einen Interviewpartner gibt es bereits, nun müssen nur noch die Fragen fertig werden – aber lasst euch überraschen, wenn es so weit ist. Ein weiteres Novum war auch die Gast-Rezension von Markus Solty, dessen Blog Horror & Co. ich als Leser immer sehr mochte. Leider hat Markus nicht mehr die Zeit, ihn aktiv zu betreiben, weswegen ich mich natürlich sehr darüber gefreut habe, als er fragte, ob er seine Besprechung zu „Armageddon Rock“ bei uns veröffentlichen könne.

Die Beiträge

Welche Beiträge wurden denn nun am meisten gelesen? Ich habe mal die Statistik bereinigt, die Gewinnspiele und Archive rausgefiltert und am Ende ist diese Top 10 dabei herausgekommen.

1.) Das Interview mit Chris Carter (wir hatten das Glück, als eine der ersten deutschen Seiten nähere Infos zu seinem in 2017 erscheinenden Buch zu bekommen, ein gern genutzter Begriff bei Google)

2.) Die Vorstellung des Amrûn-Verlages (die übrigens auch für unseren besucherstärksten Tag mit über 230 Aufrufen verantwortlich ist)

3.) Die Rezension zu Jeff Strands „Der unglaubliche Mr. Corpse“

4.) Die Rezension zu „Drei Killer für ein Halleluja“ von Anonymus

5.) Der zweite Teil unserer Übersetzer-Reihe, das Interview mit Hannes Riffel

6.) Das Interview mit Sascha Imme (Gründer der OFDb)

7.) Die Rezension zu „Licht und Schatten“ von Gian-Franco Messina

8.) Die Besprechung zu Andreas Winkelmanns „Killgame“

9.) Die Vorstellung des Voodoo Press Verlags

10.) Die Vorstellung des Verlag Torsten Low

Man sieht also, besonders die neue Rubrik wurde sehr gut angenommen und auch unsere Interviews werden erfreulicherweise recht häufig gelesen. Besonders die Übersetzer-Artikel haben mir persönlich zudem eine Menge Spaß gemacht – und nicht zuletzt auch für ein kleines Novum (seitdem werden die Übersetzer in unseren Buchbesprechungen mit aufgeführt und wir versuchen auch, zumindest ein paar Worte dazu zu schreiben) gesorgt. Ich persönlich bin auch auf das Interview mit Sam Millar sehr stolz, welches meiner Meinung nach zu den besten zählt, die wir hier bisher geführt haben. Natürlich werden wir auch diese Reihe in 2017 fortführen, zwei Fragebögen sind derzeit noch im Orbit unterwegs, ich denke aber, dass im Januar der erste davon auch zurückkommen wird. Und dann schauen wir mal weiter.

Tops & Flops

Ich habe in diesem Jahr eine Menge Bücher gelesen und auch ein paar Filme gesehen, von denen es aber einige nicht in den Blog geschafft haben. Die meisten davon konnte ich erfolgreich verdrängen, aber dennoch gibt es einige Flops, an die ich mich erinnern kann.

  • „Blut der Götter“ von Karl-Heinz Witzko
  • Der blutige Pfad Gottes 2
  • Southbound – Highway to Hell
  • London Has Fallen
  • Kill Your Friends (der Film)
  • Sebastian Fitzek/ Michael Tsokos – Abgeschnitten
  • Kim-Stanley Robinson – Roter Mars

Aber natürlich ist nicht alles schlecht gewesen, es gab auch so einiges, was mich richtig weggehauen hat. Daran, dass in dieser Liste ausschließlich Bücher auftauchen, sieht man wohl recht deutlich, dass mich die filmische Unterhaltung dieses Jahr nicht so wirklich aus den Socken hauen konnte. Interessant übrigens auch, dass in meiner Liste der Jahreshighlights lediglich drei internationale Autoren zu finden sind, während 4 aus deutschen Gefilden stammen. Von diesen sind weiterhin nur zwei in einem wirklich großen Verlag zu Hause (Andreas Brandhorst und Hannes Finkbeiner), einer von ihnen ist Selbstverleger (L.C. Frey) und der vierte im Bunde veröffentlicht in einem Kleinverlag (Michael Dissieux).

  • L.C. Frey – Totgespielt
  • Michael Dissieux – Der Schuppen (das erste Buch, welches ich komplett in 2016 gelesen habe)
  • George R. R. Martin – Armageddon Rock
  • Andreas Brandhorst – OMNI
  • Nick Cutter – Die Erlöser
  • Hannes Finkbeiner – Jogginghosen-Henry
  • Adrian J. Walker – Am Ende aller Zeiten

Neuentdeckungen

Natürlich gab es auch in diesem Jahr viele interessante Neuentdeckungen. An erster Stelle steht hier für mich der FISCHER-Tor Verlag. Tor ist international im Bereich Fantasy und Science Fiction eine ziemliche Hausnummer, die Fischer Verlage haben diese Marke nun als Imprint nach Deutschland geholt. Zwar war meine Besprechung zu „Apocalypse Now Now“ ziemlich durchwachsen, mein erstes Buch aus dem Hause FISCHER-Tor, „Am Ende aller Zeiten“ hat es aber auf Anhieb in meine Highlights-Liste geschafft. Auch Nick Cutters Schaffen war für mich Neuland, doch auch er konnte mich sofort überzeugen. Auch George R.R. Martin war für mich so eine Art Neuentdeckung. „Das Lied von Eis und Feuer“ habe ich mehrfach abgebrochen, seine Bücher abseits dieser Reihe haben mir aber sehr gut gefallen. Auch Andreas Brandhorst ist sicherlich kein Neuling am Markt, doch seine eigenen Bücher habe ich erst nach dem Interview mit ihm in seiner Funktion als Übersetzer für mich entdeckt. Mittlerweile steht eins für mich fest: er gehört zu Recht zu den besten deutschen Science Fiction-Autoren.

Und sonst so?

2016 wird an vielen Stellen als ein Jahr der sterbenden Legenden beschrieben. Das stimmt natürlich. Besonders hart hat es die alte Star Wars-Riege erwischt. Kenny Baker, der Darsteller von R2-D2 ist verstorben und mit Carrie Fisher ist eine der tragenden Figuren der klassischen Trilogie gerade erst von uns gegangen. Nur einen Tag vor dem Tod ihrer Mutter Debbie Reynolds. Auch so manchen Helden meiner Kindheit hat es erwischt. Bud Spencer, Peter Lustig, beide verantwortlich für viele Erinnerungen und unterhaltsame Stunden vor dem Fernseher. Götz George, der einzige Tatort-Kommissar, den ich mir gerne und regelmäßig angesehen habe. Muhammad Ali, Prince, George Michael, Alan Rickman … Aber sein wir ehrlich: Viele dieser Menschen waren in einem Alter, in dem man nicht mehr von einem tragischen Tod sprechen kann, sondern eher davon, dass sie ihr Leben gelebt haben. Immer noch traurig, keine Frage, aber da ist dann doch eher das Dahinscheiden eines Anton Yelchin tragisch.

Immer wieder kam in diesem Jahr auch die Diskussion auf, dass Bücherblogger doch mehr machen sollten. Hier wurde über Bezahlungen gesprochen, da über zu wenig Wertschätzung und immer wieder wurde der Ruf nach Professionalisierung laut. Mir ist dabei jedes Mal die Hutschnur geplatzt, denn statt wirklicher Lösungsansätze wurde zumeist nur eine Menge gejammert. Und nur zu oft wurde offensichtlich, dass manche Leute erwarten, für ein Hobby, welches sie sich ausgesucht haben, bezahlt zu werden. Meiner Meinung nach ziemlicher Nonsense, aber nun ja. Ich habe es dann wörtlich genommen und bin seit dem 1.12. als freiberuflicher Lektor unterwegs. Mehr oder weniger zumindest ;-). Aber immerhin darf ich jetzt mit Berechtigung den Kopf schütteln, wenn ich solche Aussagen noch einmal lese. Denn ganz ehrlich: Wer nach Professionalisierung schreit, sollte auch bereit sein, etwas dafür zu tun und den Hobbybereich zu verlassen. Nur das wollen eben die meisten nicht.

Die Google-Suchbegriffe sind auch immer wieder ein Grund zu Grinsen. Der außergewöhnlichste (und zugleich verstörendste) war wohl „Porno mit Tieren“, der einen sicherlich sehr enttäuschten Leser auf die Rezension zu Edward Lees „Das Schwein“ geführt hat. Noch viel interessanter ist aber der Suchbegriff „Markus Solty“ der innerhalb eines Tages knapp 70 Mal auf Markus‘ Besprechung zu „Armageddon Rock“ geführt hat. Zumindest ist mir da der Grund aber klar, denn Markus hat an diesem Tag die ZDF-Show „Quizchampion“ gewonnen. So haben wir immerhin etwas von seinem Ruhm abbekommen ;-).

Außerdem war ich dieses Jahr auch das erste Mal aktiv bei der Ausrichtung einer Leserunde beteiligt. Helmut Pöll von whatchareadin (wo ich schon länger aktiv ist), fragte mich nach dem Interview mit Sam Millar, ob er sich vorstellen könne, sich selbst an einer Leserunde zu seinen Memoiren „True Crime“ zu beteiligen. Ich habe hier zunächst den Kontakt hergestellt (er hat sofort zugesagt) und für Sam übersetzt. Später hat er sich dann tatsächlich selbst im Forum angemeldet und die Fragen, die dann zumeist zweisprachig gestellt wurden, selbst beantwortet. Eine sehr interessante Erfahrung und vor allem eine Menge Spaß (wie ich denke) für alle Beteiligten.

So, das wäre es dann endgültig für 2016. Wir sehen uns 2017 in alter Frische und mit neuen Besprechungen, Interviews und Verlagsvorstellungen. Richtige Pläne haben wir allerdings nicht. Die Entwicklung, welche die Seite im letzten Jahr genommen hat, ist schon absolut in Ordnung und großen Änderungsbedarf sehen wir eigentlich nicht. Aber wer weiß, vielleicht fällt uns ja noch die eine oder andere tolle Sache fürs neue Jahr ein. Nun aber erstmal: rutscht gut und vor allem sicher rein.

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian

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