höllenfeuerOT: Vuurgeest

Taschenbuch: 316 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe

Klappentext:

Jason Evans führt ein ganz normales Leben. Bis er eines Tages einen anonymen Brief erhält – ein Bild von einem verfallenen Friedhof, auf das jemand eine Botschaft geschrieben hat: „Du bist tot.“ Jason glaubt zunächst an einen bösen Scherz. Doch dann erhält er eine zweite Nachricht: „Du glaubst, dass du lebst, doch du existierst nicht.“ Jason beginnt die Drohung ernst zu nehmen. Er macht sich auf die Suche nach dem alten Friedhof und stößt dabei auf ein Geheimnis, das weit in seine eigene Vergangenheit zurückreicht und sein Leben zerstören könnte. Und dann erhält Jason eine dritte Nachricht: „Der 18. August. Dein Todestag.“

Kritik:

Ich muss gestehen, das mir der Name Jack Lance bislang gar nichts gesagt hat. Tatsache ist aber, dass der Niederländer in seiner Heimat sowie in Belgien sehr erfolgreich zu sein scheint, einige seiner zahlreichen Veröffentlichungen haben dort auch den Sprung ins Fernsehen geschafft. Man durfte also gespannt sein.

Es wird dabei auch schnell offensichtlich, dass Lance tatsächlich über Talent verfügt. Zwar läuft „Höllenfeuer“ zunächst recht gemächlich an, nach und nach wird aber an der Spannungsschraube gedreht. Der Autor bedient sich dazu eines recht einfachen Tricks: er lässt den Leser im Unklaren darüber, mit was für einer Form Buch er es denn nun tatsächlich zu tun hat. Durch einige geschickt eingebaute Wendungen hatte ich zunächst den Eindruck, tatsächlich einen klassischen Psychothriller zu lesen, ab etwa Seite 200 wurde der Eindruck stärker, es mit einem Mystery-Thriller zu tun zu haben. Einige Wendungen später, zum Finale hin, wird das Buch dann wieder mehr zu einem klassischen Spannungsroman. Das Ende selbst bringt dann noch einmal eine sehr unvorhersehbare, wenn auch nicht neue Auflösung mit sich, die zu gefallen wusste. Allerdings hat die Geschichte dann doch einen recht großen Haken. Die Story wird durch ein Polaroid-Bild angestoßen, also (zumindest wirkt es vom Grundsatz her so) ein Bild aus einer Sofortbildkamera. Dieses soll aber digital bearbeitet worden sein. Ich bin nun kein Experte auf diesem Gebiet und gestehe durchaus ein, dass das möglich sein könnte – von meinem Verständnis her erscheint es mir aber als unlogisch, schließlich kommt das Ding ja direkt aus der Kamera, nachdem der Auslöser gedrückt wurde. Da dieses Thema recht zentral und wichtig für die Storyline ist, möchte ich diesen Punkt zumindest als fragwürdig stehen lassen.

Bei den Figuren herrschen in „Höllenfeuer“ abwechselnd Licht und Schatten vor. Lance hat mit Jason Evans einen guten Hauptcharakter erschaffen, der im Lauf der Geschichte vom Bürohengst zum Kriminalisten mutiert. Durch die guten Beschreibungen der Geschehnisse wirkt das aber zu keiner Zeit unglaubwürdig, sondern durch und durch nachvollziehbar. Zudem ist er ein recht sympathischer Kerl. Auch die meisten Nebencharaktere (von denen man tatsächlich nur recht wenig mitbekommt) wussten zu gefallen. Abzüge in der B-Note gibt es allerdings für Jasons weiblichen Gegenpart, seine Ehefrau Kayla. Zwar ist auch bei ihr eine eigentlich glaubwürdige Entwicklung, besonders auf Grund des gut ausgearbeiteten Hintergrunds, zu sehen, aber auf der anderen Seite wirkt sie in ihren Handlungen und in ihren Gedankengängen mitunter sehr sprunghaft. Besonders in Hinsicht auf die Beziehung zu Jason, welche dadurch einen Teil ihrer Glaubwürdigkeit verliert.

Stilistisch hingegen kann man Jack Lance nichts vorwerfen. Seine Art zu schreiben ist temporeich wo sie es sein muss und gemäßigt wo es der Stimmung gut tut. In Verbindung mit der sehr zugänglichen und leicht verständlichen Schreibweise ergibt sich ein gut abgerundetes Gesamtbild, welches Spaß macht.

Fazit:

7„Höllenfeuer“ war für mich eine ziemliche Überraschung. Autor Jack Lance beweist, dass er nicht nur die Niederländer gut zu unterhalten, sondern auch auf dem internationalen Markt zu überzeugen weiß. Der Roman ist wendungsreich und spannend, bietet (mit Abstrichen) überzeugende Figuren und ist zudem sehr eingänglich geschrieben. Zwar halte ich den Handlungspfad mit dem Polaroid für fragwürdig, letztlich wussten aber die anderen Qualitäten zu überzeugen.

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian

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