teresa kuba

Teresa Kuba bei einer Autogrammstunde.

Unser letztes Interview ist nun schon wieder ein bisschen her, es wird also langsam mal wieder Zeit für etwas neues. Anders als zuletzt ist heute allerdings nicht Sebastian an der Reihe, sondern ich darf einer jungen Autorin, deren Debüt mich sehr begeistert hat, ein paar Fragen stellen. Zunächst aber kurz die Eckpunkte.

Teresa Kuba ist 1987 im bayrischen Freising geboren worden und lebt dort auch heute noch. Die ersten Geschichten entstanden bereits in ihrer Grundschulzeit, der erste Romanansatz im jugendlichen Alter. Ihre erste Veröffentlichung ist jedoch der Roman „Turion“, welcher im Februar 2016 im Drachenmond Verlag erschienen ist.

So, wie gesagt, es ist eine junge Autorin, weshalb es (noch) nicht so viel zu erzählen gibt – weswegen wir doch einfach ganz schnell Teresa selbst das Wort überlassen. Viel Spaß mit dem Interview.

Hallo Teresa, schön, dass du dir die Zeit nimmst, unsere Fragen zu beantworten. Stürzen wir uns doch gleich kopfüber hinein. Erzähl uns und unseren Lesern doch erstmal, wer du bist und was du machst.

Gerne. Ich bin 28 und lebe mit zwei lieben Freundinnen in einer WG, inklusive Kater. In der Garage steht ein Einrad, an der Wand hängen Spitzenschuhe und eine Gitarre, unter meinem Bett liegt eine Kiste Acrylfarben – mich fasziniert alles, was irgendwie kreativ ist. Am liebsten schreibe ich aber und so entstand mein Debütroman „Turion“. Beruflich habe ich schon viel (mehr oder weniger freiwillig) ausprobiert. Derzeit treibe ich in einem zahntechnischen Labor mein Unwesen. Zum Glück hört in den Räumen im Dachgeschoss niemand, wie ich permanent vor mich hinsinge. 😉

Die Idee hinter deinem Debütroman „Turion“ ist recht ungewöhnlich. Wie ist sie dir gekommen? Hast du dir von Anfang an einen Plan zurechtgelegt? Oder schreibst du einfach drauf los?

Die Idee habe ich mir hart erarbeitet. Monatelang wurden Notizbücher mit meinen Einfällen, Handlungsverläufen und Gesprächsfetzen vollgekritzelt, verworfen, umgestellt… Ich wollte bewusst etwas schreiben, was ich selber noch nie in der Art gelesen hatte. Einfach drauf los schreiben, das kann ich gar nicht. Da würde ich irgendwann nicht mehr weiterwissen. Ich muss das Rätsel und dessen Auflösung kennen und auch mit den Figuren vertraut werden. So findet die Hauptarbeit scheinbar unproduktiv in meinem Kopf statt, ehe ich endlich lostippen kann.

Hast du damit gerechnet, dass der Roman veröffentlicht wird? Oder warst du überrascht? Und wie bist du schließlich beim Drachenmond Verlag gelandet?

Ich wollte immer veröffentlichen. Meine Herzensgeschichte sollte Leser erreichen, egal wie. Da es über die großen Verlage nicht geklappt hat, habe ich mich als Selfpublisher versucht. Nach ein paar Wochen hat die Drachenmond Autorin Christelle Zaurrini mein Buch gelesen und mich gefragt, ob ich mich nicht mal bei ihrer Verlegerin zwecks Veröffentlichung melden will. Das war ein unglaublicher Moment, an den ich gerne zurückdenke.

Viele Leserinnen wollen sicher wissen, ob es mit Elaina und Clemens weitergeht? Planst du eine Fortsetzung?

Es wird keine direkte Fortsetzung geben. So etwas finde ich generell problematisch, weil das so schnell fad wird. Man kennt die Personen und die Geheimnisse schon. Die Welt ist gerettet. Was soll ich schließlich noch schreiben? Wie die beiden zusammen zu IKEA fahren? 😉 Aber ich plane eine Vorgeschichte, mit eigenen Protagonisten. Es wird dann um die „drei Schlüssel“ gehen.

Wir wissen von dir, dass du bereits an einem neuen Roman arbeitest. Magst du vielleicht schon etwas darüber verraten?

Ein Werk ist fertig, eines noch in der Kopfwerkstatt, hihi. Mein zweites Buch ist kein Roman, sondern eine Sammlung lustiger, satirischer Geschichten aus der Alltags- und Arbeitswelt. Im Moment warte ich auf Verlagsantworten. Das nächste Projekt soll ein Science Fiction-Fantasy-Dystopie-Mix werden. Mehr als den Prolog habe ich allerdings noch nicht.

Erzähl doch mal ein bisschen, wie genau du zum Schreiben gekommen bist. Auf der Autorenseite des Verlags steht, dass du eine ganze Reihe Kurzgeschichten in der Schublade hast. Sind das über die Jahre gesammelte Werke?

Genau. Ich habe zwar als Kind und Teenager versucht zu schreiben, beide „Projekte“ sind dann aber schnell wieder eingeschlafen und in der Versenkung verschwunden. Erst ein Roman, der mich nicht recht fesseln konnte, hat mich vor ein paar Jahren wieder zum Schreiben gebracht. Ich dachte mir: „Das kann ich besser!“ Haha, total eingebildet. So entstanden immer länger werdende Kurzgeschichten und schließlich ein Buch.

Und wie genau schreibst du? Am Computer oder ganz altmodisch per Hand? Machst du dir Notizen? Und wo schreibst du am liebsten?

Ich habe keinen Schreibtisch und schreibe deshalb immer in meinem Bett mit meinem uralten Laptop, der komische Geräusche von sich gibt und abstürzt, sobald man zwei Fenster gleichzeitig öffnet. Notizen mache ich mir vor dem Schreiben. Wenn mir während dem Schreiben etwas für eine spätere Szene einfällt, halte ich das in einem zweiten Dokument fest.

Liest du heute selbst viel oder bist du immer noch so ein kleiner Lesemuffel wie damals? Was liest du am liebsten? Welches Genre zum Beispiel?

Ich tue mich tatsächlich schwer mit dem Lesen, da ich so selten etwas finde, das mir gefällt. Ich staune immer über die gefüllten Bücherregale von Kollegen. Wenn mir ein Buch nicht hundertprozentig zugesagt hat, wird es gnadenlos wieder versteigert. So ist die Anzahl meiner Buchschätze recht überschaubar.

Ich lese am liebsten Fantasy, Dystopien und Sciencefiction.

Gibt es einen Autoren oder eine andere bekannte Persönlichkeit, die du verehrst? Hast du ein Vorbild?

Kerstin Gier und Marc-Uwe Kling finde ich unfassbar gut. Deren Werke haben sich in mein Herz gebrannt. Direkte Vorbilder habe ich nicht. Denn ich möchte ja nicht wie jemand anderes werden, sondern meinen eigenen Weg finden. Generell bewundere ich alle, die den Mut haben, ihren kreativen Leidenschaften nachzugehen, und sich damit etwas aufbauen, auch wenn es noch so schwer ist.

Kannst du uns einen Einblick in deinen üblichen Alltag geben?

Meine Arbeitszeiten sind recht unterschiedlich, weshalb jetzt keinen täglich wiederkehrenden Alltag habe.

Puh, was soll man da erzählen? Ich gehe arbeiten, mache Haushalt, spiele Gitarre, springe in den Weiher, gucke Serien und schreibe, wenn ich Lust habe und mir etwas einfällt.

Wie sieht es mit deinen Figuren aus? Sind sie aus dem Leben gegriffen oder frei erfunden?

Frei erfunden. Eine echte Person zu „kopieren“ käme mir falsch vor.

Worauf legst du deinen Fokus beim Schreiben? Auf den Humor, die Charaktere, die Handlung? Vielleicht von allem etwas?

Die gute Mischung ist natürlich super. Wobei man selber schlecht abschätzen kann, ob es wirklich witzig ist, was man so einbaut. Der Fokus liegt aber auf der Handlung. Das allerwichtigste ist, dass es spannend ist und man (hoffentlich) weiterlesen will.

Gibt es noch einen Traum oder ein Thema, den/das du schriftstellerisch verwirklichen möchtest?

Ich würde gerne eine reine Liebesgeschichte ohne Fantasy schreiben. Bisher habe ich dafür aber zu wenig Ideen.

Viele junge Frauen (und Männer) würde es sicher auch interessieren, wie man sich die Arbeit mit einem Verlag vorstellen muss. Kannst du Tipps geben?

Durch den Verlag wird man Mitglied einer Buchfamilie und das ist wunderschön. Vorher kam ich mir als Schreiberling oft sehr einsam vor. Jetzt durfte ich schon viele liebe Autoren kennen lernen, die einem gerne Tipps geben und mitfühlen können, wenn man als Autor mal wieder eine kleine oder größere Krise hat.

Was würdest du jungen Autoren und solchen, die es werden wollen raten und mit auf den Weg geben?

Schreiben ist total schrecklich und frustrierend. Macht was Anderes, wenn ihr könnt. Haha, nein Joke! Schreibt eure Herzensgeschichte auf. Schreibt nicht für die Leser, schreibt für euch und eure Figuren, den richtigen Leuten wird es dann schon gefallen.

Und zu guter Letzt: Hast du ein Lieblingszitat?

Aus meinem Buch?

Ui, schwierig. Da gibt es viele. Aber ich mag die Stelle sehr:

„Niemand hat das Recht, dich traurig zu ma­chen. Du darfst nie wegen eines anderen Menschen aufgeben, versprich mir das!“ Er seufzt, streckt seine Beine aus und wühlt mit einer Hand im Boden. Der Sand ist rotbraun und dazwischen funkelt es golden. Ich lege meine Hand neben seine. Zwei Abdrücke im Sand. Ist es mit uns auch so? Nur ein Abdruck, nichts für die Ewigkeit?

Das war es auch schon, und damit bedanken wir uns, dass du dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen geduldig zu beantworten.

 

Ela

Ela

Ich bin quasi das Gegengewicht zu Sebastian. Ich schreibe über all das, was an ihm vorbei geht. Jugendromane, Frauenromane, auch mal der ein oder andere Thriller, Komödien, Filme, in denen es um Freundschaft und Liebe geht, Comic- und Buchverfilmungen....sowas eben. In meiner Freizeit befasse ich mich vorwiegend mit dem Lesen und Schreiben, mit Filmen und Büchern, mit meiner Familie und Freunden und natürlich mit meinen Tieren. Ich koche und backe gern und bin vermutlich das schlimmste Assassin's Creed Fangirl, dem du je begegnet bist. Und ich liebe Musik! Immer und überall.
Ela