gamerOT: Gamer (USA 2009)

Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor

Darsteller: Gerard Butler, Amber Valletta, Michael C. Hall, Kyra Sedgwick

Freigabe: FSK 18
Laufzeit: 90 Min.

Inhaltszusammenfassung:

In naher Zukunft sind die sozialen Netzwerke von heute noch etwas weiter entwickelt. Sogenannte „Gamer“ übernehmen in einer Scheinwelt die Kontrolle über einen Avatar, der von einem realen Menschen verkörpert wird. Die Steigerung von „Society“ nennt sich „Slayers“ – ein Egoshooter, in dem lebenslänglich verurteilte Häftlinge sich in einem 30ründigen Kampf um Leben und Tod Straferlass erkaufen können. Natürlich auch nur fremdgesteuert.

Der bekannteste unter ihnen ist „Kable“, der nun schon seit 27 Runden am Leben ist. Es stellt sich jedoch heraus, dass nie geplant war, dass einer der Häftlinge gewinnt. Kables einzige Chance ist es, sich von seinem Gamer zu lösen und den Kampf auf eigene Faust fortzuführen.

Kritik:

Auf dem Papier ist „Gamer“ ein recht unterhaltsamer Actionschinken, so viel steht fest. Okay, die Geschichte ist etwas haarsträubend und an eben jenen herbei gezogen, aber das hat ja bei einem Film dieser Art nicht zwangsläufig gleich ein Ausschlusskriterium. Zudem ist Gerard Butler einer der Schauspieler, die mir aller Wandlungsfähigkeit zum Trotz in solchen Rollen am besten gefallen.

gamer1Viel Zeit lässt man der Geschichte dann auch gar nicht, um Überzeugungskraft aufzubauen, der Zuschauer wird direkt von der ersten Minute an in ein Gefecht Kables und somit seines Gamers Simon geworfen. Hierbei wird dann auch ganz schnell klar, welche Marschroute „Gamer“ nimmt, Geschichte ist Nebensache und generell auch eher bemüht voran getrieben. Die Atmosphäre stimmt dafür zumeist, die Kontraste zwischen echter Welt, Slayers und Society sind sehr deutlich gezeichnet und helfen Realität von Scheinwelt abzugrenzen. Sicherlich ist hierbei schon manchmal ziemlich dick aufgetragen worden, aber mit der Tatsache vor Auge, dass der Film sicherlich keinen Realitätsaward einheimsen wollte, kann man damit gut leben. Der Spannungsbogen geht prinzipiell in Ordnung, leistet sich aber schon hier und dort mal einen Einknicker. Besonders in den auf Story ausgelegten Passagen, denn wie wir schon festgestellt haben, ist die eher mau. Manch einer mag hinter der Geschichte zwar sozialkritische Aspekte und Anspielungen auf unsere heutige Welt sehen, das zieht aber hinsichtlich der Adrenalinlastigkeit und der doch recht selbstzweckhaft inszenierten Gewaltdarstellungen nur sehr bedingt.

gamer2Darstellerisch geht der Film in Ordnung. Sicherlich, die Charaktere sind eher oberflächlich und zweckmäßig gestaltet, viel etwas anderes habe ich aber um ehrlich zu sein auch nicht erwartet. Gerard Butler gibt den Kable mit gewohnter Überzeugungskraft, was aber offen gesagt auch keine große Anstrengung erfordert haben dürfte. Die Nebenfiguren sind, Simon inklusive, dabei vielmehr schmückendes Beiwerk für eine One Man-Show, einzig Michael C. Hall, bekannt als „Dexter“ ist, vor allem zum Finale hin, in der Lage, Butler die Show zu stehlen. „Gamer“ ist also meilenweit davon entfernt, eine Charakterstudie zu sein und setzt, wie auch beim Storytelling, eher auf Hausmannskost denn auf ein Gourmetmenü.

gamer3Wie eingangs erwähnt, ist die Inszenierung der Actionszenen ordentlich, allerdings stellenweise extrem hektisch ausgefallen. Man hat tatsächlich den Eindruck, dass man sich in einem Egoshooter befinden würde, was aber nicht unbedingt immer als positiv anzusehen ist, sondern offen gestanden mitunter eher dazu angetan ist, Kopfschmerzen zu verursachen. Die Effekte sind ordentlich, auch wenn man teilweise sehr deutlich sieht, dass man es mit CGIs zu tun hat. Passt ja aber auf der anderen Seite auch irgendwie ein bisschen in den Kontext. Alles in allem weist „Gamer“ eine gehörige Portion Härte auf, die die 18er Freigabe durchaus rechtfertigt. Als Dreingabe gibt es dann noch einen sehr rockigen Soundtrack, der absolut zu gefallen wusst.

Fazit:

6Gamer“ ist ein unterhaltsamer Actionflick, der sich aber mitunter doch etwas zu wichtig nimmt. Hätte man auf die auffällig unterschwellige Sozialkritik verzichtet und sich stattdessen auf’s Wesentliche konzentriert, wäre dem Zuschauer das eine oder andere Kopfschütteln erspart geblieben. Optional wäre es vielleicht eine Möglichkeit gewesen, dem Titel mehr Tiefe und Profil zu geben, damit diese Message auch tatsächlich ankommt. Wer es vorzieht, bei solchen Filmen den Kopf abzuschalten, sollte das auch in diesem Fall tun und wird dann gut, wenn auch mitunter sehr hektisch, unterhalten.

 (c) des Bild- und Tonmaterials: Universum Film

Das sagen die anderen:

Filmherum: 3,5/ 5 Sternen
Das Medienjournal: 7/10 Punkten

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian