dirty grandpaOT: Dirty Grandpa

Regie: Dan Mazer

Darsteller: Robert De Niro, Zac Efron, Zoey Deutch, Julianne Hough

Freigabe: FSK 12
Laufzeit: 98 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

Durch eine Ehe mit der kontrollsüchtigen Meredith ist für Jason (Zac Efron) auch eine Partnerschaft in der Kanzlei seines Schwiegervaters in spe gesichert.

Der lebenshungrige Großvater Dick (Robert De Niro) allerdings nötigt seinen spießigen Enkel noch kurz vor dessen Hochzeit, ihn nach Daytona zum Spring Break zu fahren – mit verheerenden Folgen.

Während der sexbesessene Dick auf Partys, Kneipenschlägereien und durchzechten Karaoke Nächten sein Leben in vollen Zügen genießt, ist er andererseits fest entschlossen, Jason von dessen biederen Zukunftsplänen abzubringen. Und dazu ist dem alten Gauner wirklich jedes Mittel recht.

Doch schon bald stellen der DIRTY GRANDPA und sein verklemmter Enkel auf der wildesten Reise ihres Lebens fest, dass sie so einiges voneinander lernen können…

Kritik:

Es gibt Darsteller, die schon zu Lebzeiten legendär sind. Sean Connery zum Beispiel. Al Pacino. Jack Nicholson. Und natürlich auch Robert De Niro. Allen diesen Herren ist gemein, dass sie im Lauf ihrer Karriere wohl jedes erdenkliche Genre bedient haben. Für De Niro kam nun noch ein weiteres hinzu. In „Dirty Grandpa“ bewegt er sich irgendwo zwischen „Hangover“ und „American Pie„, die Wertungen auf Rotten Tomatoes oder Metacritic sind im Kellergeschoss anzutreffen. Schnell zog sich da bei mir der Bogen von De Niro zu Connery, der mit „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ seine Karriere mit einer absoluten Gurke beendet hat.

dirty grandpaSchnell machte sich aber, zumindest bei mir, Erleichterung breit. Denn so schlecht, wie die Wertungen es vermuten lassen würden, ist „Dirty Grandpa“ dann doch nicht. Sicherlich, wer sich den Film ansieht, sollte sich auf keinen Fall auf eine im klassischen Sinn lustige Komödie einstellen, in denen man Robert De Niro ja auch bereits sehen konnte, sondern vielmehr auf eine Aneinanderreihung von wirklich, wirklich flachen Gags. Man bekommt es weniger mit Comedy zu tun, viel mehr mit Lächerlichkeit, was ja aber auch durchaus positiv aufgenommen werden kann. Innovationen sollte man dabei nicht erwarten, denn letzten Endes fährt der Film stumpf die klischeehaften Eckpunkte ab, die man im Genre bereits kennt. Teilweise sogar recht gut, auch wenn das finale „Dirty“ mir dann insgesamt doch etwas gefehlt hat. Es wird oft über’s ficken gesprochen, man sieht Zac Efron nur mit einer Biene bekleidet durch die Gegend hüpfen, echte Tabubrüche werden vermieden. Letztlich gibt es einige leicht bekleidete Damen zu sehen, ohne dass man dabei jedoch in die vollen geht – in den USA ist das für ein R-Rating bekanntlich ja schon ausreichend. Das ist etwas schade, denn die Möglichkeiten wären tatsächlich da gewesen. Das Ende ist übrigens wenig überraschend, denn wie auch der restliche Handlungsverlauf ist es altbekannt und dadurch ungemein vorhersehbar.

dirty grandpaDarstellerisch kann man nicht klagen. Ich hatte den Eindruck, dass Robert De Niro ungemein Spaß an seinem Auftritt als dreckiger Opa hatte, auch wenn sein Talent natürlich angesichts der abgelieferten Meisterleistungen in der Vergangenheit an eine solche Rolle eigentlich verschenkt ist. Jedenfalls spielt er seinen ehemaligen Green Barret präzise und routiniert herunter. Zac Efron sieht dagegen vergleichsweise wenig Land, wenn der Film nicht doch recht deutlich auf eine männliche Zielgruppe zugeschnitten wäre, hätte ich jetzt behauptet, dass er als Eyecandy für die Damenwelt mit im Boot sitzt. Na gut, er ist die zweite männliche Hauptrolle (auf dessen Kosten gut 90 % der Gags im Film gehen), steht aber weitestgehend im Schatten seines Partners. In den Nebenrollen gibt es wenig aufregendes zu vermelden, allenfalls muss ich sagen, dass mir die meisten ziemlich auf den Sack gegangen sind. Insbesondere die beiden tütendoofen Polizisten, mit denen das Großvater/ Enkel-Gespann öfter mal konfrontiert wurde. Hier ging es mir dann doch zu sehr in Richtung peinlicher Lächerlichkeit.

dirty grandpaBleibt nun die Frage, warum jemand wie Robert De Niro sich für so eine stumpfe, flache und absolut unrealistische Rolle hergibt. Ich möchte dazu eine Gegenfrage stellen: Warum nicht? Ich wage zu bezweifeln, dass der gute Mann dringend auf die Kohle angewiesen war, sondern dass er sich stattdessen seine Rollen aussuchen kann und dass er in erster Linie Filme spielt, auf die er Bock hat. Und das sei ihm zugestanden. Sicherlich ist „Dirty Grandpa“ weit davon entfernt, ein Highlight in seiner Karriere darzustellen, aber ich persönlich fand es ungemein sympathisch, in mal in so einem gänzlich untypischen Film zu sehen. Der Humor mag Geschmackssache sein und dabei weitestgehend am guten Geschmack vorbei zu sein, aber ganz ehrlich: who cares? Ich bin mir ganz offen gestanden nicht einmal sicher, dass die Bewertungen in den unterschiedlichen Medien so ins Negative abgedriftet wären, wenn eben nicht ein zweifacher Oscargewinner die Hauptrolle gespielt hätte, sondern irgendein weniger bekannter Darsteller.

Fazit:

5Dirty Grandpa“ mag vieles sein, aber insgesamt sicherlich kein guter Film. Der Humor ist unterirdisch und bewegt sich eher auf dem Niveau von Lächerlichkeiten, die Geschichte ist lahm und altbekannt. Überraschungen sucht man vergebens. Die darstellerischen Leistungen des Casts stehen im Schatten des namensgebenden Opas und die Figuren sind größtenteils so überzogen, dass es nur so kracht. Objektiv betrachtet alles große Schwächen, die einen unterhaltsamen Filmabend grundlegend verhageln könnten. Aber: Trotz alledem hat „Dirty Grandpa“ seinen Charme. Ich kann alles in allem nicht sagen, dass ich mich in den knapp 100 Minuten schlecht unterhalten gefühlt hätte, ich hatte meinen Spaß daran, De Niro in dieser gänzlich anderen Rolle zu sehen und ja, ich habe tatsächlich auch über den seltendämlichen Humor lachen können. Sicherlich kein Film, den man unbedingt gesehen haben müsste, zumindest aber auch einer, der keine reine Zeitverschwendung ist.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Constantin Film

 

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Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
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