Catching FireOT: The Hunger Games – Catching Fire

Regie: Francis Lawrence

Darsteller: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Sam Claflin, Jena Malone

Freigabe: FSK 12
Laufzeit: 146 Min.

Inhaltszusammenfassung:

Katniss und Peeta haben die Hungerspiele überlebt. Doch viel mehr: Sie haben dem mächtigen Kapitol die Stirn geboten. Ihr Beispiel ermutigt die unterdrückte Bevölkerung in den Distrikten zur Rebellion gegen das Regime. Doch dann ändert Präsident Snow kurzerhand die Spielregeln und lässt alle bisherigen Gewinner bei den anstehenden Hungerspielen noch einmal gegeneinander antreten. Auch Katniss und Peeta werden in die Arena geschickt und müssen sich erneut dem Kampf ums Überleben stellen. Und langsam wird ihnen klar, dass sie in Wirklichkeit Teil eines viel größeren Plans sind…

Kritik:

Endlich hab ich es geschafft. So oder so ähnlich könnte ich mich ausdrücken. Ich war ein Riesenfan der Romane, aber vom ersten Teil der Verfilmungen war ich dermaßen enttäuscht (es waren lediglich 5/10 Punkten), dass ich “Catching Fire” lange, wirklich sehr lange vor mir hergeschoben habe. Vielleicht sollte ich prinzipiell nicht viel von Romanverfimlungen halten, aber eigentlich bin ich da schon recht pragmatisch: ich weiß, dass ein Film nie so detailgetreu ist wie ein Roman. Das ist vermutlich einfach nicht möglich. Aber es gibt doch in der Welt des Films gute Beispiele, dass es trotzdem funktionieren kann. Der erste Teil dieser Trilogie war leider keines von ihnen. Aber dann sah ich den Trailer zu “Mockingjay Teil 1″ und dachte mir, ich sollte dann vielleicht doch endlich mal “Catching Fire” sichten.
catching fireKatniss und Peeta haben die Hungerspiele überlebt. Doch eigentlich darf das nicht sein, denn normalerweise überlebt jedes Jahr nur ein Mensch diese Spiele. Katniss hat jedoch einen Trick angewandt und so das Überleben beider gesichert. Jetzt leben die beiden im Distrikt 12 im Dorf der Sieger und sollten eigentlich keine Sorgen mehr für den Rest ihres Lebens haben. Doch Präsident Snow gefällt diese Entwicklung nicht, und er zweifelt an der Echtheit der Gefühle, die die beiden füreinander haben. Was aber noch viel schlimmer ist, er füllt sich übertölpelt und befürchtet außerdem Unruhen in den Distrikten, weil die Menschen gesehen haben, dass man sich eben doch gegen das Kapitol und die Herrschaft auflehnen kann. Katniss ist zum Symbol für die Menschen geworden. Auf ihrer und Peetas Tour der Sieger wird sie einmal mehr extrem auf die Missstände aufmerksam, und es fällt ihr zunehmend schwer, ihre Rolle zu spielen und das Versprechen, dass sie Snow gegeben hat einzulösen, nämlich ihn und die Menschen von der Echtheit ihrer Gefühle zu überzeugen. Sie scheitert, und das obwohl Peeta und sie verkünden, heiraten zu wollen. Und so lässt sich Snow etwas neues einfallen. Anlässlich des 75. Jubiläums der Hungerspiele sollen erneut Menschen gegeneinander antreten. Der Clou: die Teilnehmer werden unter den bisherigen Gewinnern ausgelost. So müssen auch Peeta und Katniss zurück in die Arena. Keine Frage, dass Snow plant, Katniss in diesem Zug bloß zu stellen und schließlich sterben zu sehen. Soweit zur Geschichte. Ich will nicht zu viel verraten, denn vielleicht gibt es ja noch den ein oder anderen Leser dort draußen, der den Film noch nicht gesehen oder das Buch noch nicht gelesen hat. Damals wie heute fand ich die Idee, mit der die Autoren den Konflikt herauf beschwören wirklich spannend und auch gut gelöst. Die Geschichte ist und bleibt fesselnd, und obwohl man vielleicht schon weiß, was passiert, ist man doch wieder überrascht von den Ereignissen und Wendungen, ganz abgesehen von der Spannung, die unweigerlich aufgebaut wird. Das Entsetzen, als die beiden in die Arena zurück müssen, ist entsprechend groß. Wahnsinnig geschickter und innovativer Handlungsfaden, den man problemlos nachvollziehen und verfolgen kann. “Catching Fire” hatte wirklich einige großartige Momente. Ich denke da nur an Katniss’ Rede über Rue oder an ihr Hochzeitskleid.
Ich will “Catching Fire” gerne an seinem Vorgänger messen, denn hier hat man sich definitiv deutlich verbessert. Vielleicht liegt es daran, dass diesmal Francis Lawrence auf dem Regiestuhl saß und nicht Gary Ross. Ich weiß es nicht. Aber Tatsache ist, “Catching Fire” kommt authentischer und glaubwürdiger daher als sein Vorgänger. Die Stimmung ist um einiges besser eingefangen, die Spannung besser aufgebaut, die Figuren ein wenig glaubwürdiger, man hat wert auf Details gelegt, die wichtig sind. Deutlich besser. Aber da ist noch Luft nach oben. Die Tatsache, dass Francis Lawrence auch im ersten Teil der Verfilmung des dritten Teils “Mockingjay Teil 1″ Regie führt, erfüllt mich zumindest mit Hoffnung, dass etwas, was am Anfang in den Sand gesetzt wurde, doch noch gut wird. Die Schauspieler haben ebenfalls mehr geglänzt. Josh Hutcherson war ein bisschen präsenter, hat sich etwas mehr in den Vordergrund gespielt und wirkte nicht mehr ganz so unauffällig neben Jennifer Lawrence wie noch im letzten Teil. Die wiederum hat souverän gespielt, aber leider neigte sie in den dramatischen Szenen zum Overacting, was dann auch mit in die negativ aufgefallenen Punkte einfließt. Woody Harrelson hingegen schaffte es, Haymitch die richtige Portion Herz mitzugeben, die er auch in den Büchern schon entwickelte, ohne seiner Rolle dadurch eine unglaubwürdige Wendung zu geben. Aber ganz großartige Leistungen zeigten hier eigentlich die Nebenrollen wie etwa Elizabeth Banks als Effie Trinket, Donald Sutherland als Präsident Snow, Philip Seymour Hoffman als Plutarch Heavensbee und ja, auch Lenny Kravitz als Cinna. Weniger überzeugt hat mich diesmal Stanley Tucci als Cesar Flickerman. Aber hervorheben möchte ich dann doch Sam Claflin. Als Kennerin der Bücher hab ich mir Bilder von ihm angesehen und dachte offen gestanden damals ‘Das soll Finnick Odair sein?’, aber jetzt, wo ich ihn gesehen habe? Ja, das ist Finnick Odair. Und genau die gleichen Emotionen, die auch der Roman-Finnick ausgelöst hat, löste Sam Claflin aus. Fantastisch!
catching fireAber auch “Catching Fire” war noch weit davon entfernt wirklich großartig zu sein. Leider gab es doch einige Dinge, die negativ aufgefallen sind. Sowohl dem Kenner der Romane (also mir) als auch jemandem, dem die Romane unbekannt sind (also Sebastian) ist aufgefallen, wie unglaubwürdig die Entwicklungen, die Katniss durchmacht, sind. Gut, ich wusste, wie sie tickt. Weil das im Roman ganz hervorragend umgesetzt und erklärt wird. Im Film leider immer noch nicht. Da fragt man sich schon, wo der Punkt war, an dem sie von Peeta nichts wissen wollte und ihm aus dem Weg geht, dann aber plötzlich will, dass er unbedingt gerettet wird und dann am Ende offenbar zur Liebe ihres Lebens mutiert. Desweiteren brauchte der Film über eine Stunde, um überhaupt an Fahrt aufzunehmen, was gerade so an der Grenze des guten Geschmacks war. Tja, und dann das erwähnte Overacting. Wenn das Gesicht, das eine Schauspielerin in einer dramatischen Szene macht, einen fast schon zum Lachen animiert, dann läuft definitiv etwas falsch. Überhaupt hätten die Charaktere generell ein wenig mehr Tiefe vertragen können, und sei es nur durch kleine, nicht besonders zeitaufwendige Details.

Fazit: 

7Alles in allem hat man sich bei Lionsgate deutlich verbessert, vermutlich indem man sich Francis Lawrence für die Regie hinzu gezogen hat. Die Stimmung war besser eingefangen, die Spannung besser aufgebaut, die großen Momente deutlich besser in Szene gesetzt. Ich war wirklich erleichtert, dass der Streifen nicht so ein Reinfall war wie sein Vorgänger. Das war gutes, solides Handwerk. Aber da ist eindeutig noch Platz nach oben. Ich hoffe, dass Francis Lawrence dieses Potenzial auch ausschöpft und uns einen fulminanten Abschluss serviert, den diese Reihe wirklich, wirklich verdient hat. Im Gegensatz zum ersten Teil würde ich mir “Catching Fire” auf jeden Fall zu gegebener Zeit noch einmal ansehen.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Studiocanal
Ela

Ela

Ich bin quasi das Gegengewicht zu Sebastian. Ich schreibe über all das, was an ihm vorbei geht. Jugendromane, Frauenromane, auch mal der ein oder andere Thriller, Komödien, Filme, in denen es um Freundschaft und Liebe geht, Comic- und Buchverfilmungen....sowas eben. In meiner Freizeit befasse ich mich vorwiegend mit dem Lesen und Schreiben, mit Filmen und Büchern, mit meiner Familie und Freunden und natürlich mit meinen Tieren. Ich koche und backe gern und bin vermutlich das schlimmste Assassin's Creed Fangirl, dem du je begegnet bist. Und ich liebe Musik! Immer und überall.
Ela