desiertoOT: Desierto (FR/ MEX 2015)

Regie: Jonás Cuarón

Darsteller: Gael García Bernal, Jeffrey Dean Morgan, Alondra Hidalgo, Diego Cataño

Freigabe: FSK 18
Laufzeit: 88 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

Um endlich seinen Sohn wiederzusehen, hat der Mexikaner Moses eine riskante Reise angetreten. Er hat zwei Führer bezahlt, die ihn als Teil einer Gruppe von Gleichgesinnten durch die Wüste führen und illegal den Weg in das Land der unbeschränkten Möglichkeiten weisen sollen. Doch als der Lastwagen mitten in der Wüste streikt, müssen die Leute den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen. Aber kaum, dass sie über der Grenze sind und US-amerikanischen Boden betreten haben, kreuzt Sam ihren Weg. Mit seinem Hund und seinem Gewehr bewaffnet hat der gnadenlose Südstaatlerdie Grenzpatrouille in die eigene Hand genommen und will den Immigranten eine Lektion erteilen.

Kritik:

Jeffrey Dean Morgan scheint im Moment etwas auf dem Psychopathen-Trip zu sein. Sein denkwürdiger Auftritt in „The Walking Dead“ passt prinzipiell recht gut zu seiner Rolle in „Desierto„. Auch hier dreht der gute Mann etwas frei und geht auf eigene Faust auf die Jagd nach illegalen Immigranten.

desiertoNun muss man sagen, dass die Geschichte sich zwar nicht auf diese wenigen Sätze beschränkt, insgesamt aber sicherlich gut und gerne auf einen Bierdeckel gepasst hätte. Eine tiefgreifende und innovative Handlung darf man also schon mal nicht erwarten. Das bisschen Story hinter dem Film wird dafür aber in einem ziemlich flotten Tempo erzählt, das Team um Regisseur Jonás Cuarón beschränkt sich auf das Wesentliche. Adrenalin und Spannung. Die Hetzjagd auf die Einwanderer ist gut in Szene gesetzt und leistet sich keine Durchsacker im Spannungsbogen. Man muss allerdings sagen, dass „Desierto“ seine Geschichte sehr geradlinig erzählt, überraschende Wendungen sollte man also nicht erwarten. Die Badlands, das Grenzland zwischen Texas und Mexiko, geben ein sehr eintöniges, trübes Setting ab. Das mag nun auf den ersten Blick nicht sonderlich toll sein, sorgt aber für die passende Stimmung und bietet Raum für so manch interessante Szene. Die Atmosphäre stimmt also. Das Ende ist zwar recht vorhersehbar, das trübt den Spaß, den man über die Laufzeit hat, aber nur bedingt.

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Die darstellerischen Leistungen sind okay. Jeffrey Dean Morgan verkörpert mit Sam einen Redneck, wie er im Buche steht. Voller Vorurteile, nicht die hellste Birne im Kronleuchter, dem Alkohol zugeneigt. Die psychopathische Ader des guten Herrn wird stimmig herausgearbeitet und auch wenn der Charakter natürlich alles andere als tiefschürfend ist, erfüllt er seinen Zweck als Antagonist ziemlich gut. Der Rest des Casts ist mir bislang unbekannt gewesen. Zwar kann Hauptdarsteller Gael García Bernal bereits auf eine ansehnliche Filmografie zurückblicken (und hat auch bereits den Golden Globe gewonnen), allerdings finden sich dort auch viele mexikanische Veröffentlichungen. Dennoch wusste er zu überzeugen, die Emotionen seines Moises sind überzeugend rübergebracht, seine Handlungsweisen nachvollziehbar.

desiertoZu den Effekten kann man an dieser Stelle nicht viel sagen. Bedingt durch die Geschichte und das Setting hat man es in erster Linie mit einem reinrassigen Thriller zu tun. Dieser wird zwar mit einer Menge Action gewürzt, die sich allerdings vorwiegend auf Verfolgungsjagden über Stock und Stein beschränkt. Sam ist über weite Strecken die einzige bewaffnete Figur, in den Badlands gibt es nicht sonderlich viel, was man in die Luft jagen könnte und so ist die einzige größere Schießerei mehr ein Massaker als ein Shootout. Das macht aber nichts, denn vom Grundsatz ist „Desierto“ auch kein Film, der viel Action braucht, um zu funktionieren.

Fazit:

8Ascot Elite ist ein Verleih, bei dem man nie so recht weiß, woran man ist. Mal bringen sie wirklich interessante kleine Highlights, dann wieder ziemlichen Schund. „Desierto“ zählt glücklicherweise zur ersten Kategorie. Der Film kommt mit einem kleinen, dafür überzeugenden, Cast aus und nimmt den Begriff „Thriller“ sehr wörtlich. Die Actionpassagen sind eher einfach gehalten, stützen aber die die Spannung sehr gut. Einhergehend mit dem öden, aber dadurch authentischen, Setting kommt über die etwa 88 Minuten Laufzeit keine Langweile auf.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Ascot Elite
Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
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