der tod und andere höhepunkte meines lebensTaschenbuch: 328 Seiten
Verlag: Dotbooks

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Klappentext:

Freunde sind etwas Wunderbares. Und manchmal findet man sie an den ungewöhnlichsten Orten. Martin hätte allerdings darauf verzichten können, am Sterbebett seiner Großmutter die Bekanntschaft des leibhaftigen Todes zu machen. Dieser hat sich eingefunden, um die Seele der alten Dame sicher ins Jenseits zu befördern – und ist begeistert, dass ihn endlich jemand sehen und hören kann. Für ihn steht fest: Martin und er sind dazu bestimmt, beste Freunde zu werden. Schließlich ist er ein echt netter Typ! Und hey: Niemand kann so glaubhaft versichern, dass man weder an Langeweile, noch an einem gebrochenen Herzen sterben kann … Im Laufe der Zeit gewöhnt Martin sich daran, dass der Leibhaftige stets bei ihm auftaucht, wenn er es am wenigsten gebrauchen kann. Doch als er eine ganz besondere Frau kennenlernt, muss er sich eine entscheidende Frage stellen: Macht es überhaupt Sinn zu leben, zu lieben und nach dem Glück zu suchen, wenn am Ende doch immer der Tod wartet?

Kritik:

Da spaziert man, nichts böses ahnend, durch eine von Deutschlands bekanntesten Billigbuden (ja, auch ich gehe dann und wann mal zu Tedi) und bleibt – natürlich – bei den Büchern stehen, die gemeinhin dort allerdings nicht viel interessantes zu bieten haben. Nicht so dieses Mal jedoch, denn aus dem Haufen an Mist blinzelte mich dieses Mal ein zumindest vom Titel her interessantes Buch an. “Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens”. Hmm, nie gehört. Sieht aber witzig aus. Und für’n Euro macht man ja nix verkehrt. Dachte ich.

Und nein, letzten Endes kann ich auch nach wie vor nicht behaupten, dass sich die übersichtliche Investition nicht gelohnt hätte. Zwar sollte man in diesem Fall keinen hochspannenden Roman erwarten, dafür bekommt man jedoch eine Geschichte aus dem wahren Leben präsentiert. Na ja, mehr oder weniger zumindest, denn über weite Strecken ist Martins Leben tatsächlich stinknormal. Wenn man mal von seinem paranormalen (ha, was ein brilliantes Wortspiel!) Kumpel Thanatos absieht. Autor Sebastian Niedlich macht von Beginn an klar, in welche Richtung die Geschichte sich entwickeln wird, schließlich offenbart er dem Leser schon auf den ersten Seiten, dass sein Protagonist kurz vor seinem eigenen Ableben steht.  Die Story bis dahin deckt dann so ziemlich alle Lebensabschnitte in mehr oder weniger ausführlicher Form ab. So durchlebt man mit Martin die Kindheit, die Pubertät, das erste Mal – und den langen, steinigen Weg zu eben jenem, wenn Gevatter Tod es zu verhindern versucht. Warum? Nun, das sollte der interessierte Leser selbst herausfinden. Liest sich jetzt ein bisschen wie eine Biografie im Romangewand und ist es irgendwie auch. Allerdings keiner von diesen langweiligen Schmökern, sondern durchaus einer mit Unterhaltungsfaktor

Das liegt natürlich nicht zuletzt an den Hauptfiguren. “Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens” zieht einen Großteil seiner Wirkung aus dem Umgang zwischen Thanatos (=Tod) und Martin. Eine ziemlich seltsame Freundschaft, die sich, bedingt durch die Ereignisse, so mancher Zerreißprobe stellen muss. Dabei sind alle Charaktere auf ihre eigene Art sympathisch, die meisten haben leicht einen an der Waffel und wirken dadurch nur umso normaler. Das macht sie glaubwürdig, das macht sie gut.

Stilistisch bewegt sich Sebastian Niedlich irgendwo zwischen verschiedenen Genres. Ja, “Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens” hat auf der einen Seite so manche humorige Einlage zu bieten, besonders in der ersten Hälfte steht dieses Stilelement noch gut beleuchtet im Vordergrund. Hierbei driftet der Autor jedoch nie ins Alberne ab, sondern wahrt dennoch den guten Ton, wenn man es so nennen möchte. Je weiter die Geschichte sich ihrem Ende (und damit natürlich unvermeidlicherweise auch dem Martins” neigt, desto ernster und nachdenklicher werden jedoch die Töne. Das steht nicht nur dem Autoren gut, sondern passt natürlich auch wunderbar zur erweiterten Weltsicht und Lebenserfahrung der Hauptfigur. Zugänglich bleibt der Roman aber auch bei den ernsteren Tönen jederzeit, man muss also keine Angst haben, plötzlich mit der ganz schweren Kost konfrontiert zu werden (auch wenn man als Leser zugegebenermaßen hier und da einen Kloß im Hals spüren könnte).

Fazit:

8“Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens” bietet auf rund 330 Seiten eine Menge Unterhaltung. Zwar ist der Ausgang vom Start weg bekannt, aber hier ist tatsächlich der Weg das Ziel – und der macht Spaß. Autor Sebastian Niedlich bietet hier eine runde Mischung aus Humor, ernsteren Tönen und von Zeit zu Zeit auch Dingen, die doch ein bisschen zum Nachdenken anregen. Eine von Elas Empfehlungen – und wie regelmäßige Leser wissen, passt es dann am Ende meistens.

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian

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