deathgasmOT: Deathgasm (NZ 2015)

Regie: Jason Lei Howden

Darsteller: Milo Cawthorne, James Blake, Kimberley Crossman, Sam Berkley

Laufzeit: 83 Minuten
Freigabe: FSK18

Inhaltszusammenfassung:

Brodie, gerade neu in die Stadt gezogen, und der wilde Zakk gründen die Death-Metal Band DEATHGASM. Kein leichtes Unterfangen hier in der Provinz. Doch nachdem sie eher zufällig auch noch eine wild gewordene Zombie-Meute zum Leben erweckt haben, müssen Ruhm und Erfolg noch etwas warten…

Kritik:

Die bisherige Woche war mit „JeruZalem“ und „Bone Tomahawk“ ziemlich mau. An letzteren hatte ich hohe Erwartungen, an ersteren fast gar keine – und selbst die wurden noch enttäuscht. Eigentlich konnte es da ja nur noch aufwärts gehen, so war zumindest die Hoffnung. Die Neuseeländer, besser gesagt Mr. Peter Jackson himself, sind bekannt dafür, derbe Schlachtplatten im leichtverdaulichen Partyoutfit abzuliefern. Und ja, genau diese Erwartung hatte ich an „Deathgasm„. Sollte sich auch dieser Film zu einer Enttäuschung entwickeln, so hatte ich zumindest gesagt, würde ich dem Medium Horrorfilm erstmal für eine Weile abschwören.

deathgasmGlücklicherweise stellte sich ziemlich schnell ein glückseeliges Grinsen ein, denn schon der Vorspann zu „Deathgasm“ hatte mich auf Grund des rockigen und brachialen Soundtracks ganz für sich einnehmen können. Sicherlich, die Story hätte man locker auf einem halbierten Bierdeckel unterbringen können, aber bei einem selbsternannten Partyfilm habe ich auch gar nicht den Anspruch, ein ausgefeiltes Script präsentiert zu bekommen. Nach nicht ganz einer halben Stunde kommt der Titel dann so richtig ins Rollen. Zwar verzichtet das Team um Regisseur Howden auf große Spannungsspitzen und innovativ ist hier allenfalls die ungewöhnliche Figurenausgestaltung, das macht aber gar nichts, denn ab diesem Moment ist die Handbremse gelöst und das Gaspedal bis zum Anschlag durchgetreten. Action ist angesagt, und das bis zum Schluss. Die Atmosphäre stimmt, vor allem wenn man sich bewusst macht, dass man es hier auf jeden Fall mit einem B-Movie zu tun hat, der sich selbst und das komplette Genre kein Stück ernst nimmt.

deathgasmIn diese Nische passen dann auch die Charaktere. Man hat es mit platten Figuren zu tun, die ohne einen großartigen Background auszukommen haben, ihre Aufgabe aber dennoch voll und ganz erfüllen: die Geschichte (oder das, was sich hier Geschichte nennt) voran zu treiben. Trotz aller Schwächen in der Charakterausgestaltung ist Hauptfigur Brodie dennoch eine gute Bezugsfigur, ein sympathischer Loser, dem man zunächst nichts anderes wünscht, als dass er Anschluss in der aufgezwungenen neuen Heimat findet (und mit ganz viel Glück auch das Mädchen bekommt) . Später fällt es dadurch natürlich leicht, weiter mit ihm zu fiebern und die Daumen für sein Überleben zu drücken. Die darstellerischen Leistungen sind ebenfalls nicht die besten, allerdings gilt auch hier das B-Movie-Siegel zu beachten. Zumindest merkt man dem sympathischen Cast aber an, dass sie mit viel Spaß an die Sache heran gegangen sind. Hohe Ansprüche sollte man also nicht haben, aber ganz ehrlich: wer erwartet bei dem Titel „Deathgasm“ auch schon hohe Kunst in Sachen Figuren und Story? Ich ganz sicher nicht.

deathgasmViel wichtiger ist da doch die Action. Und die stimmt. Zwar braucht der Film etwas, wenn dann aber der Punkt erreicht ist, an dem es los geht, dann… nun ja, geht es los. Die Effekte sind größtenteils handgemacht, auf CGI wird weitestgehend verzichtet. Dass wirkt trashig, das passt zum ganzen Rest. Man ist ähnlich kreativ bei der Wahl der Zombieausrottungsutensilien wie das offensichtliche Vorbild (gut, die Kettensäge ist vielleicht ein Klassiker, die Dildos definitiv nicht) und erstaunlicherweise ist die ganze blutige Pracht tatsächlich auch in der deutschen FSK18-Fassung ungekürzt. Denn geschnetzelt wird hier tatsächlich eine ganze Menge. Wenn auch mit einer gehörigen Portion Humor und Selbstironie unterlegt.

Fazit:

8„Deathgasm“ ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Überspitztes, blutiges Zombieabschlachten trifft auf derbe Metal-Klänge und präsentiert sich dazu im astreinen B-Moviegewand. Kein Film, den man sich alleine ansieht, viel mehr einer von der Sorte, die man mit reichlich Bier, fettigem Essen und einer Großpackung Chips in geselliger Runde abfeiert. Zombiesplatter trifft Deathmetal, so sagt das Cover. Und wird dabei zu einem der besten und legitimsten „Braindead„-Nachfolger.

© des Bild- und Tonmaterials: Tiberius Film

Das denken die anderen:

Die Nacht der lebenden Texte
Schieb dir keine Filme: 5,5/10 Punkten

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian