bad santaOT: Bad Santa (USA 2003)

Regie: Terry Zwigoff

Darsteller: Billy Bob Thornton, Bernie Mac, Lauren Graham, Tony Cox

Freigabe: FSK16
Laufzeit: 96 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

Das hat Weihnachten nicht verdient: Willie T. Stokes (Billy Bob Thornton) ist der verdorbenste Weihnachtsmann, den man sich vorstellen kann. Dieser Santa säuft, flucht, kommt regelmäßig zu spät und beschimpft die Kinder, die sich auf seinen Schoß setzen. Doch damit nicht genug: Obendrein nutzt Willie seine alljährliche Anstellung als Kaufhaus-Weihnachtsmann zur Tarnung, um mit seinem Kompagnon Marcus (Tony Cox) am Heiligen Abend nach getaner Arbeit den Safe des Kaufhauses zu knacken. Böser Santa! Doch in diesem Jahr wird sich alles ändern – denn diesmal haben es die beiden nicht nur mit einem argwöhnischen Einkaufszentrum-Manager (John Ritter) und einem verschlagenen Kaufhausdetektiv (Bernie Mac) zu tun, sondern auch mit dem sexy Santa-Fan Sue (Lauren Graham) und einem unschuldigen Jungen (Brett Kelly), der einfach nicht aufhören will, an den Weihnachtsmann zu glauben. Mal sehen, vielleicht geschieht ja doch noch ein Wunder …

Kritik:

Daniela hat mir „Bad Santa“ schon lange ans Herz gelegt. Meistens liegt sie mit ihren Tipps ja goldrichtig, trotzdem musste der Film auf die richtige Jahreszeit warten. Tja, nun geht es auf Weihnachten zu, was liegt da also näher, als ihn endlich mal zu sichten?

bad santaUnd was soll ich sagen, wieder einmal hat sie voll ins Schwarze getroffen. „Bad Santa“ startet mit einem Monolog Willies, der jegliche auch nur im Ansatz entstehende Weihnachtsstimmung auf den (dreckigen) Boden wirft und direkt noch ein bisschen darauf rumspringt. Das ist dann auch wegweisend für einen Großteil des Films. Es wird geflucht, gesoffen, gepöbelt was das Zeug hält. Weihnachtsbräuche werden zielgerichtet durch den Kakao gezogen, wo sich gerade die Gelegenheit dazu bietet. Das Ganze ist ungemein zotig ausgefallen und ich gebe zu, dass man vermutlich einen speziellen Humor benötigt, um aus vollem Herzen darüber lachen zu können, was da auf dem Bildschirm passiert. Die Atmosphäre wird zusätzlich von der musikalischen Untermalung getragen, welche wider Erwarten tatsächlich aus klassischer Weihnachtsmusik besteht. Im Kontext der Geschichte wirkt aber selbst das wie gezielt eingesetzte Ironie und unterstreicht den tiefschwarzen Unterton des Films. Zwar kommt zum Ende hin dann doch die unvermeidliche (weil sich schon relativ früh abzeichnende) Gutmenschenweihnachtsmoral ins Spiel, vermutlich um doch noch ein bisschen will to please zu zeigen. Das wäre eigentlich nicht nötig gewesen und nimmt dem Titel meiner Meinung etwas die Konsequenz. Macht aber nichts, Spaß gemacht hat es trotzdem.

bad santaDas Darsteller-Ensemble weiß zu gefallen. Billy Bob Thornton steht die Rolle des versoffenen Kaufhaus-Santas wahnsinnig gut zu Gesicht und er verkörpert seine Figur mit einer Menge Elan und Überzeugungskraft. Dabei gelingt es ihm auch, einen Typen, dem man eigentlich am liebsten die Faust ins Gesicht rammen würde, zu einer Figur werden zu lassen, mit der man beinahe schon so etwas wie Mitleid empfindet. Ähnlich verhält es sich mit Brett Kelly, der als Thurman Merman eigentlich alles das ist, was man an kleinen Kindern nicht leiden kann. Nervig, ätzend … und doch kann man ihn irgendwie gut leiden. Ach ja, und natürlich ist er nicht unschuldig daran, dass man Mitleid mit Willie hat. Auch in den Nebenrollen gibt es nichts zu meckern, Bernie Mac als zwielichtiger Sicherheitschef hat eine genau so gute Leistung abgeliefert wie John Ritter als Kaufhaus-Chef. „Bad Santa“ war zudem auch die letzte Rolle Ritters vor seinem plötzlichen Tod und so wurde der Film ihm posthum gewidmet.

Fazit:

9Bad Santa“ ist einer der bösesten Weihnachtsfilme, die mir jemals untergekommen sind. Billy Bob Thornton brilliert als versoffener Kaufhausweihnachtsmann, der Kinder hasst und das Ganze eigentlich nur macht, um den Safe des Ladens zu knacken und die Zeichen stehen von Beginn an auf „tiefschwarzer Humor“. Das zieht der Film auch über einen Großteil der Laufzeit gnadenlos durch, nur um am Ende dann doch noch mit einer kleinen weihnachtlichen Botschaft um die Ecke zu kommen. Hätte zwar nicht unbedingt sein müssen, ist aber noch zu verschmerzen, denn weitestgehend habe ich mich vor Lachen bald in die Ecke geworfen. Kein Film, um in Weihnachtsstimmung zu kommen, sondern einer, der den ganzen aufgesetzten Kitsch ordentlich durch den Schmutz zieht. Schade, dass ich es nicht mehr ins Kino schaffen werde, der zweite Teil wird also bis nächstes Jahr warten müssen.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Sony Home Entertainment
Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
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