geheimakte atonTaschenbuch: 308 Seiten
Verlag: Selbstverlag
ISBN-13: 978-1496112101

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Klappentext:

Boston, 1957: Der junge deutsche Archäologe & Abenteurer Max Falkenburg bekommt unerwartet Besuch von seinem alten Freund Howard, einem CIA-Agenten. Dieser trägt einen Zettel mit mysteriösen ägyptischen Hieroglyphen bei sich, für dessen Übersetzung er Max‘ Hilfe braucht. Zudem ist er auf der Flucht – vor der CIA. Als Max feststellt, daß der Name seines Vaters auf dem Zettel erwähnt wird, zögert er keine Sekunde, um das Rätsel zu lösen und begibt sich in Begleitung seiner Freunde Joe und Howard auf den Weg nach Ägypten. Doch sie sind nicht allein. Verfolgt von der CIA und alten Gegnern, müssen sie feststellen, daß unter dem Sand der ägyptischen Wüste nicht nur geheimnisvolle Tempel verborgen liegen, sondern auch eine uralte, finstere Macht auf ihre Wiedererweckung wartet …

Kritik:

Es ist ja immer wieder so, dass man die kleinen Geheimtipps quasi nebenbei zu Gesicht bekommt. Sei es auf Facebook, über eine Bannerwerbung oder wie in diese Fall durch eine Leserunde auf whatchareadin (übrigens immer einen Besuch wert). Das Cover hat mich als alten Indiana Jones-Fan ja direkt angesprochen und irgendwie versprach der Titel eine interessante Mischung aus Mr. Jones, Uncharted-Drake und, zumindest dem Titel nach, den Geheimakte-Adventures. Mehr als ein guter Grund also, nicht nur einen Blick darauf zu werfen, sondern sich den Roman komplett zu Gemüte zu führen.

Man wird als Leser von “Geheimakte Aton” auch schnell mitten ins Geschehen geschoben. Milewski beginnt vom Start weg, eine action- und spannungsreiche Geschichte zu erzählen, die dabei allerdings sehr offensichtlich auf den Pfaden des berühmten Archäologen mit der Peitsche wandert. Das beginnt bei dem liebevoll gestaltenen Cover mit dem farblich eindeutig passenden Schriftzug und hört bei den Gegenspielern des jungen Max Falkenberg (Alt-Nazis) auf. Manch einer mag diesen Umstand nun als blindes abkupfern abtun, ich für meinen Teil empfand es während des Lesens viel mehr als eine Verneigung vor einer der wohl beliebtesten und bekanntesten Filmfiguren überhaupt, Kenner der Filme werden noch die eine oder andere weniger offensichtliche Anspielung entdecken, die dem beiläufigen “Beobachter” so vermutlich gar nicht ins Auge fallen wird. Dem Autoren gelingt es gut, dem Plot Drive zu geben und nebenbei auch so manchen geschichtlichen Hintergrund sehr gut mit seiner Phantasie zu verweben und zudem, besonders nach dem Eintreffen der Hauptfiguren in Ägypten auch eine tolle Atmosphäre zu schaffen, die der des offensichtlichen Vorbildes mitunter schon ziemlich nahe kommt.

Die Figuren sind dabei ebenfalls gut gelungen, auch wenn man hier natürlich keine Wunder erwarten sollte. Die Rollen sind genretypisch verteilt, man hat es also mit ganz klaren Gut-/ Böse-Zeichnungen zu tun – denkt man zumindest über weite Strecken und liegt nicht ganz falsch damit. Dennoch hat der Autor zum Finale hin eine faustdicke Überraschung in der Hinterhand, die so zumindest für mich nicht abzusehen war und deswegen nur umso besser funktioniert hat. Etwas schade fand ich hingegen, dass es einige Anleihen und Querverbindungen zum mir (noch) nicht bekannten Vorgänger “Geheimakte Labrador” gibt, die andeuten, dass die Hauptfiguren eine sehr viel längere Bekanntschaft haben, dabei jedoch so manche Frage offen lässt. Was bei mir noch für Neugier sorgt, mag für so manch anderen ein Hemmnis sein, welches Milewski vielleicht besser hätte umschiffen können. Alles in allem funktionieren die Charaktere jedoch genau so wie sie sollen: man baut Sympathien zu Max und Joe auf, findet die Deutschen ziemlich doof und bleibt dabei trotzdem hochzufrieden, man wusste ja schließlich von vornherein, worauf man sich eingelassen hat.

Stilistisch kann man André Milewski nichts vorwerfen. “Geheimakte Aton” ist natürlich kein kulturell hochwertiges Stück Literatur – will es aber auch gar nicht sein. Der Roman hat seine Wurzeln ganz offensichtlich im klassischen Abenteuerroman, den bekannten Filmvorlagen und (so kann man der Danksagung des Autoren ebenfalls entnehmen) im Comicbereich. Und diese Wurzeln transportiert auch Milewskis Stil. Schnell und gut auf den Punkt, passend zur actionreichen Handlung sehr eingängig geschrieben unterhält der Roman von Anfang bis Ende. Dazu kommen immer wieder eingewobene historische Fakten und Mythen, die vom Autoren natürlich noch etwas ausgebaut werden um eben das klassische “Adventure”-Feeling aufkommen zu lassen. Und das haut hin.

Fazit:

8“Geheimakte Aton” geht von Anfang an ganz offen mit den nüchternen Fakten um: “Für alle Fans von Indiana Jones, Pulp-Stories & „klassischer“ Abenteuergeschichten!”, so steht es schon auf dem Buchrücken – und diese wenigen Worte bringen es tatsächlich auch unglaublich gut auf den Punkt. Das Buch ist eine Hommage an die großen Helden des Abenteuer-Genres, lässt dabei aber eine gewisse Eigenständigkeit nicht vermissen und kann den Leuten, die sich von dieser Headline auch tatsächlich angesprochen fühlen ohne schlechtes Gewissens ans Herz gelegt werden. Leuten wie mir also – ich habe es jedenfalls definitiv nicht bereut.

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian