gott im unglückOT: Divine Misfortune

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (12. November 2012)

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Inhaltszusammenfassung:

Das Paar Teri und Phil hat bislang nie in Erwägung gezogen, sich einen eigenen Gott zuzulegen. Doch als Phil mal wieder bei einer Beförderung übergangen wird, ändern sich die Dinge. Man recherchiert im Internet, welche Gottheit wohl die geeignetste wäre, stößt sich aber an den horrenden Forderungen der Unsterblichen, welche für ihre Dienstleistungen Dinge wie Keuschheitsgelübde oder gar Blutopfer erwarten. Schließlich stößt man auf den Glücksgott Luka, der ganz bescheiden nur eine Bleibe für ein paar Tage sucht. Was Phil und Teri nicht ahnen: Lucky, wie sich der Waschbär nennt, hat nicht vor, so schnell wieder zu gehen. Und er war nicht ganz ehrlich zu ihnen, seine häufigen Wohnortwechsel hängen vielmehr damit zusammen, dass er eben nicht nur Glück bringt, sondern sich zudem auch noch in einer Fehde mit einem rachsüchtigen Chaos-Gott befindet.

Kritik:

Man sieht es schon auf den ersten Blick: A. Lee Martinez stellt mit seinem “Gott im Unglück” die althergebrachten Göttermotive ziemlich auf den Kopf. Die hohen Herrschaften sind zu Dienstleistern verkommen und verscherbeln sich meistbietend über das Internet. Ideale Voraussetzungen also, um einen abgefahrenen und vor allem nicht ganz ernstzunehmenden Roman in die Finger zu kriegen. Hoffte ich zumindest…

Dabei ist die Geschichte an sich eigentlich gar nicht so neu, recht schnell findet sich der Leser in einer Story um verschmähte Liebschaften und Rachepläne wieder, die es eigentlich schon recht oft gegeben hat. In dieser Form jedoch war es für mich doch etwas ganz neues, weswegen ich schon sagen würde, dass der Autor mit seinem Werk schon ein halbwegs innovatives Stück Urban Fantasy geschaffen hat. Das “Gott im Unglück” dabei nicht auf einen Spannungsbogen abzielt, der sich steil nach oben entwickelt sollte dem Leser von vornherein klar sein. Martinez baut eher auf eine Grundspannung, die vom Beginn der Geschichte an da ist und sich ohne große Ausschläge nach oben oder unten auch bis zum Ende des Romans fortsetzt. Hier hätte man die eine oder andere Spitze gut vertragen können. Langweilig wird das Buch aber trotzdem nicht, denn zunächst ist da eben jene Grundspannung, die sich schon auf einem passablen Niveau bewegt, auf der anderen Seite kommt dazu noch eine recht nette und vor allem witzige Atmosphäre, die gut zur Geschichte passt und sie lesenswert macht. Es soll an dieser Stelle noch vermerkt werden, dass der Autor zu Beginn noch drei Handlungsfäden verfolgt, welche aber gut miteinander verwoben werden und zum Schluss im relativ actionreichen Finale aufeinanderprallen.

Die Charaktere schwanken dabei von stinknormal bishin zu wirklich abgefahren. “Gott im Unglück” liefert ein normales Ehepaar, welches dem Leser oftmals als Identifikationsfiguren dienen dürfte. Deutlich interessanter sind da schon die unterschiedlichen Gottheiten, von denen die eine oder andere namentlich auch bekannt sein dürfte – und besonders in den Streitgesprächen und den Handlungsweisen der Unsterblichen liegt dann auch das meiste humoristische Potential. Glaubwürdigkeit kann man in solchen Fällen natürlich getrost klein schreiben. Hey, Götter mit Waschbärenkopf und grellbunten Hawaii-Hemden! Noch Fragen?

Stilistisch wusste A. Lee Martinez zu gefallen. Er hat einen schnellen Stil, der seine Geschichte angenehm voran treibt. Wie schon erwähnt ist das Grundthema seiner Schreibweise allerdings nicht die Spannung, vielmehr setzt “Gott im Unglück” fast ausschließlich auf den Humor. Dieser zählt nun nicht zur brachialen Sorte, sondern bringt den Leser oftmals zum Schmunzeln. Ganz große Hightlight sucht man aber auch in diesem Punkt leider vergebens, auch wenn die Gags meistens zünden – aber eben eher Leisetreter sind.

Fazit:

7“Gott im Unglück” ist ein unterhaltsamer Urban Fantasy-Roman der komischen Sorte. Er ist zwar kein Highlight des Genres, welches einem dauerhaft im Gedächtnis bleiben wird, wusste mich aber zumindest gut zu unterhalten. Und damit ist ja der Zweck erfüllt, nicht wahr? ?

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian