MavericksOT: Chasing Mavericks (USA 2012)

Regie: Curtis Hanson & Michael Apted

Darsteller: Gerard Butler, Jonny Weston, Elisabeth Shue, Abigail Spencer, Leven Rambin

Laufzeit: 116 Minuten
Freigabe: FSK6

Inhaltszusammenfassung:
Jay Moriarity war noch ein Kind, als ihn „Frosty“ Hesson aus der Brandung an der nordkalifornischen Küste zog. Sieben Jahre später träumt der 16-jährige Surfer von den Wellengiganten, von den Mavericks, die Hesson und andere Surfveteranen alljährlich zu meistern versuchen. Trotz großer Bedenken lässt sich Hesson überreden, den Jungen zu coachen. Doch die Saison zum Surfen der Mavericks ist kurz, und Jay muss körperlich, mental und emotional ein hartes Training durchstehen, um dort auch überleben zu können.

Kritik:
Warum ein Surffilm? Ich kann es selbst nicht genau sagen. Mir war irgendwie danach. Eigentlich hab ich bei den Streaming-Anbietern nach Soul Surfer gesucht, der auch noch auf meiner Liste steht und der mir mehrfach empfohlen wurde. Ich hab ihn aber nicht gefunden. Mavericks hingegen schon. Was mich dann am Ende reizte an dem Film, war, dass er auf einer wahren Begebenheit beruhte und vermutlich auch der Umstand, dass ich mehr wissen wollte über einen jungen Mann, der sehr früh verstorben ist, aber trotzdem so viel Eindruck hinterlassen hat.

MavericksJay Moriarity ist schon als kleiner Junge von den Wellen vor der Küste Kaliforniens fasziniert. Bereits als 7-jähriger zählt er den Abstand zwischen den Wellen und verbringt seine Tage mit der Freundin und Nachbarstochter Kim an der Küste. Dabei fällt er versehentlich in die Brandung, aus der ihn Frosty Hesson raus zieht. Als Jay erkennt, dass Frosty ein Surfer ist, wächst in ihm ebenfalls der Wunsch, die Wellen zu reiten. Also bastelt er sich ein Surfboard zurecht und paddelt damit raus, stellt sich dabei aber gar nicht so geschickt an. Aber Blond, mit dem er sich dann auch anfreundet, hat Erbarmen und hilft ihm. Als Jay 16 Jahre alt ist, ist aus ihm längst ein richtig guter Surfer geworden. Jede freie Minute verbringen er und Blond auf ihren Brettern. Eines Tages entdeckt Jay Frosty und seine Kumpel dabei, wie sie Mavericks surfen. Das Ziel ist klar: er will die riesigen Wellengiganten auch reiten. Und so versucht er Frosty zu überreden, es ihm zu zeigen. Aber Frosty macht Jay recht schnell klar, dass die Mavericks eine ganz eigene Hausnummer sind und mehr als nur Können gefordert ist. Er erklärt sich schließlich jedoch bereit, Jay zu unterrichten. Der lernt nicht nur etwas über das Surfen und das Meer, sondern auch einiges über das Leben selbst.
Klingt ein bisschen wie Karate Kid und Mr. Miyagi, dachte ich bei mir. Und tatsächlich war es auch ein Stück weit so. Das ist zwar nichts grundlegend falsches, aber neu ist es eben auch nicht. Anders war hier eben nur, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, dass es sie also wirklich gegeben hat. Wieso auch nicht? Schüler-Mentor-Geschichten sind wahrlich nichts, was das Fantasy-Genre ausschließlich für sich gebucht hätte. Was aber hier besonders ins Auge fiel, war, dass man auch tatsächlich das Gefühl hatte, man hätte es mit echten Menschen zu tun und nicht nur mit fiktiven Figuren. Außerdem hat man auf die üblichen, klischeehaften Strandparties und blonden Surferprolls verzichtet. Zu guter Letzt konnte der Film damit punkten, dass er Tiefe und Gefühl besaß. All diese Merkmale machten die Geschichte einzigartig, was mich ziemlich beeindruckt hat. So hat man neben der Geschichte zwischen Frosty und Jay auch die Beziehung zwischen Jay und seinen Eltern und Frosty und seiner Familie aufgegriffen. Leider blieben aber viele Fragen offen, die Frosty betrafen. Zum Beispiel, wieso er sich selbst so von seinen Kindern distanziert. Hier wäre eindeutig noch mehr drin gewesen.

MavericksBildtechnisch muss man zu Mavericks wirklich nicht viel sagen. Sowohl Kameraführung als auch Sound waren einfach großartig. Die Meeresbilder sind absolut beeindruckend, wobei man auch hier auf schnöden Mammon verzichtet hat und keine türkisblauen Traumwellen gezeigt hat, sondern das Meer, wie es wirklich ist, wie es sein kann. Als beeindruckende und auch ein bisschen beängstigende Naturgewalt. Für mich hat es sich in der Hinsicht also gleich doppelt gelohnt. Ein weiterer Pluspunkt in Sachen Authentizität. Und da kann sich Mavericks gleich noch einen Punkt oben drauf packen, denn auch was die Schauspieler angeht, hat man nicht tief in die Hollywood-Trickkiste gegriffen, dafür aber sorgfältig. Abgesehen von Gerard Butler als Frosty, war mir nur Levin Rambin ein Begriff, die ich schon aus kleineren Nebenrollen kannte. Und damit kommen wir auch gleich mal zu der Leistung unserer Darsteller. Gerard Butler hat hier einmal Gelegenheit gehabt, zu zeigen, dass er auch mehr kann, als den Präsidenten zu retten. Für mich ist er einer der wenigen Schauspieler, die sich nur schwer in eine Schublade stecken lassen. Er schafft es in Actionrollen zu glänzen, aber überzeugt auch mal in einer Rolle mit Charakter, auch wenn die Figur des Frosty vielleicht nicht oscarreif war. Dennoch hat er überzeugt und die richtigen Emotionen transportiert. Jonny Weston hat seine Sache im Großen und Ganzen gut gemacht, wirkte mir aber manchmal etwas zu naiv, was den Film aber letztlich nicht weiter gestört hat. Besonders gut gefallen haben mir die Rollen von Devin Crittenden als Jays bestem  Freund Blond und Abigail Spencer als Ehefrau von Frosty. Wenn es auch nur kleine Rollen waren, so waren sie doch sympathisch und haben ihren jeweiligen Hauptfiguren geholfen, die Geschichte zu stemmen.

MavericksGroße Kritikpunkte gibt es an Mavericks kaum. Die Geschichte war eben einfach nicht neu, nichts, was wir nicht schon in zigfacher Ausführung gesehen haben, auch wenn man hier eindeutig sagen muss, dass es eine von den gelungenen Inszenierungen ist. Leider blieb die Familiengeschichte hinter Frosty ein wenig auf der Strecke, aber auch die Hintergrundgeschichte von Blond ließ zu wünschen übrig. Hier hätte ich mir ein kleines bisschen mehr gewünscht. Immer wenn man dachte, nun haben sie die Kurve geschichtlich gleich gekriegt, wurde man quasi sitzen gelassen. Das war wirklich schade, denn das hätte den Streifen richtig gut abgerundet. Allerorts wurde behauptet, Jay Moriarity sei ein ganz großartiger Mensch gewesen und der Film würde das auch deutlich machen. Da muss ich leider sagen, das stimmt so nicht. Eigentlich macht der Film eher deutlich, was für einen großartigen Mentor er hatte. Denn dessen Weisheiten nimmt man dann auch gerne für sich selbst mit ins richtige Leben. Vermutlich gerade wir Küstenkinder. Und damit schließe ich die Kritik mit den Worten von Frosty: „Wir alle stammen aus dem Meer, aber nicht jeder von uns fühlt sich dem Meer verbunden. Wir, die es tun, wir Kinder der Gezeiten, müssen immer und immer wieder dorthin zurück, bis zu jenem Tag, an dem wir nicht wiederkommen werden und nur das zurück lassen, was wir auf diesem Weg berührt haben.“

Fazit:
8Mavericks ist eine solide Arbeit, von der es sich definitiv lohnt, sie anzuschauen. Man hat auf allzu viel Hollywood-Schnörkel verzichtet, was gut zu gefallen weiß. Die Hintergrundgeschichten der Charaktere waren mitunter etwas unausgereift, die Schüler-Mentor-Geschichte war nichts innovatives, aber zumindest wurde die Linie des Films von Anfang bis Ende gehalten. Dafür konnte er dann aber mit den tollen Leistungen der Darsteller, fantastischen Bildern und einem virtuosen Sound punkten, und am Ende dann auch mit mehr Tiefe als die anderen Filme in dieser Kategorie. Ich hab meine Entscheidung, ihn anzusehen überhaupt nicht bereut, und darum kann ich ihn auch vorbehaltlos empfehlen und würde ihn mir vermutlich auch wieder ansehen. Entspanntes Kino, so mag ich es.

© des Bild- und Tonmaterials: Senator Home Entertainment
Ela

Ela

Ich bin quasi das Gegengewicht zu Sebastian. Ich schreibe über all das, was an ihm vorbei geht. Jugendromane, Frauenromane, auch mal der ein oder andere Thriller, Komödien, Filme, in denen es um Freundschaft und Liebe geht, Comic- und Buchverfilmungen....sowas eben. In meiner Freizeit befasse ich mich vorwiegend mit dem Lesen und Schreiben, mit Filmen und Büchern, mit meiner Familie und Freunden und natürlich mit meinen Tieren. Ich koche und backe gern und bin vermutlich das schlimmste Assassin's Creed Fangirl, dem du je begegnet bist. Und ich liebe Musik! Immer und überall.
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